Bremen - Neue Wege in der Diagnostik und Therapieentwicklung bei Krebs und Erkrankungen des Gehirns hat das Projekt „EngCaBra“ aufgezeigt. Vier Jahre lang lief das Gesamtprojekt, an dem ein Konsortium aus acht Forschungsgruppen aus sieben Ländern beteiligt waren. Das von der EU geförderte Projekt wurde von Professor Michael Vellekoop vom Fachbereich Physik/Elektrotechnik der Universität Bremen geleitet.
In vier Teilprojekten wurden Methoden zur Krebserkennung entwickelt. Die Kombination der Forschungsdisziplinen Elektronik, Mikrosensorik, Nanotechnologie und Biotechnologie hat zu neuen Messtechniken geführt. Das Bremer Teilprojekt „Biopsy Analysis using an Infrared Quadruplewavelength Sensor“ könnte künftig Tausenden Menschen aufwendige Krebsuntersuchungen ersparen und unerkannten Krebs vermeiden, wie die Uni Bremen mitteilt.
„Die Beurteilungen über einen positiven oder negativen Befund zu fällen ist nicht einfach und Fehler kommen vor“, erklärt Professor Michael Vellekoop. „Oftmals werden weitere teure Untersuchungen notwendig, weil die Diagnose nicht eindeutig ist. Untersuchungen zeigen, dass bei Melanom-Befunden rund sieben Prozent falsch sind. Das hört sich erst einmal nicht so viel an, aber konkret bekommen bei 100 000 Untersuchungen 6600 Menschen fälschlicherweise die Diagnose „Krebs“ und werden weiter untersucht beziehungsweise operiert. Knapp 400 Menschen mit Krebs sind in Gefahr – ihnen wird die falsche Diagnose ,kein Krebs’ mitgeteilt.“
„In unserem Bremer Projekt arbeiten wir mit Infrarotlicht“, so der Projektleiter. „Das funktioniert folgendermaßen: In den Zellen gibt es sehr lange Ketten von CH
„Wir können künftig definitiv eine Menge Fehldiagnosen verhindern“, sagt Vellekoop. „Der nächste Schritt ist, eine Firma zu finden, mit der wir das Produkt weiterentwickeln. Ich glaube, es wird allen Krankenhäusern möglich sein, das Gerät zu beschaffen – es wird unter 20 000 Euro kosten, vielleicht sogar nur die Hälfte.“
