Delmenhorst - Wer Umwege macht, kennt sich besser aus. Das könnte man über Heidrun Mezger, die neue Kuratorin der Städtischen Galerie, sagen. Die 36-Jährige aus Bremen ist seit dem 2. Januar in der Galerie tätig. Sie ist Nachfolgerin von Dr. Wiebke Steinmetz, die ein neues Tätigkeitsfeld im Ganderkeseer Haus Müller gefunden hat.

110 Bewerbungen lagen der Galerie nach Ausschreibung der Halbtagsstelle vor. Dass die Wahl auf Mezger fiel, hat entscheidend mit ihrem bisherigen Lebenslauf zu tun. „Sie hat durch Vielseitigkeit überzeugt“, sagte Galerieleiterin Annett Reckert am Donnerstag bei der Vorstellung ihrer neuen Vertreterin.

An der Uni Trier studierte die gebürtige Schwäbin einige Semester Psychologie, bis sie merkte, dass das nichts für sie ist. Sie sattelte auf das Restauratoren-Handwerk um, musste das zweijährige Vorpraktikum jedoch aufgeben, als sie sich eine chronische Sehnenscheidenentzündung zuzog. Während einer einjährigen Reise als Rucksack-Touristin durch Süd- und Südostasien reifte in ihr der Entschluss, an der Uni Köln im Hauptfach Ethnologie und als Nebenfächer Indologie und Kunstgeschichte zu studieren. „Kunstrezeption ist zu sehr auf Europa und Nordamerika zentriert“, sagt sie, „ich wollte mich global mit Kunst befassen. Ich bin sehr neugierig und offen und interessiere mich für Menschen.“ Dieser weiter gefasste Blick auf das Kunstgeschehen öffnete ihr nach dem Studium die Tür zu einem Volontariat und anschließender Tätigkeit am Überseemuseum Bremen.

Annett Reckert lernte Heidrun Mezger im Frühjahr vergangenen Jahres kennen. Im Zuge der Gestaltung des Beiprogramms zur Ausstellung „Poesia. Werke aus der Sammlung Reinking“ suchte und fand sie in Heidrun Mezger eine Ethnologin, die etwas von Kunst verstand. „Da hat sie eine gute Visitenkarte abgegeben“, erinnert sich Reckert, „ich hoffe auf eine gern gelebte Leidenschaft der Gegenwartskunst gegenüber.“

Noch läuft im Haus Coburg die „Tauromaquia“-Ausstellung, aber bis zur nächsten Schau ist es nicht mehr weit. Am 8. Februar wird sie eröffnet, gezeigt werden Arbeiten von Heike Kati Barath. Die frisch gebackene Professorin an der Bremer Hochschule für Künste ist unterwegs auf dem Feld der großformatigen Porträtmalerei. In wöchentlichem Wechsel werden Studierende von ihr im Haus Coburg leben und arbeiten und die Ausstellung verändern.