Bremen - Der Rhododendron-Park in Bremen zieht nicht nur Spaziergänger, sondern auch Wissenschaftler der Jacobs University an. Seit rund zweieinhalb Jahren erforscht ein Team um den Mikrobiologen Matthias Ullrich, ob in den Pflanzen Wirkstoffe für neue Arzneimittel, etwa für Antibiotika oder für die Krebsbehandlung, enthalten sind. Die Zwischenbilanz klingt mehr als ermutigend: „Wir sind mindestens einer neuartigen Substanz auf der Spur, die einmal als Antibiotikum eingesetzt werde könnte“, sagt Professor Ullrich.

Neben Ullrich arbeitet der Genetiker Dirk Albach an Rhododendren. Er analysiert die Erbsubstanz und ermittelt, um welche Art es sich genau handelt. Der Naturstoffchemiker Nikolai Kuhnert identifiziert die in den Pflanzen enthaltenen Substanzen. Die Zellbiologin Klaudia Brix untersucht ihre toxischen Eigenschaften und Ullrich selbst testet, wie Bakterien auf die Inhaltsstoffe reagieren.

„Dass vier Wissenschaftler verschiedener Disziplinen an einem Thema arbeiten, hat Pilotcharakter“, betont Ullrich – und führt dies auf die Gegebenheiten der Jacobs University zurück. „Die Verzahnung macht die Universität aus. Wir sind klein, wir unterstützen uns, wir arbeiten am Zentrum für Molekulare Lebenswissenschaften unter einem Dach.“

Rund 600 verschiedene Substanzen haben die Forscher extrahiert, von denen 120 genauer analysiert wurden. „Mehrere haben eine klare antibakterielle Wirkung“, sagt Ullrich.