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Studium Einfachheit beim Schreiben als Erfolgsrezept

dpa

MüNCHEN - „Wer’s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er’s klar sagen kann.“ Das hat der Philosoph Karl Popper als Leitsatz für die Wissenschaft ausgegeben. Und warum hört sich dann in der Uni manches so furchtbar kompliziert an? Nicht selten, weil es mehr Eindruck macht. Dabei sollten Studenten ruhig Mut zur Einfachheit haben.

Wer sich manche Hausarbeiten oder Referate vor Augen führt, könnte aber meinen, die Verfasser hätten eine Sprachstörung: Sie können sich nicht verständlich machen. Daran krankten vor allem die Geisteswissenschaften, sagt der Fachbuchautor Alfred Brink, der an der Uni Münster Kurse zum Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten gibt. Dabei glauben einige, sie müssten sich so ausdrücken.

Wissenschaftssprache

„Dahinter steckt eine falsch verstandene Wissenschaftssprache“, sagt Ulrike Pospiech, die in der „Schreibwerkstatt“ der Uni Duisburg-Essen Studenten berät. „Mancher meint: Ich sag’s erstmal so, wie ich denke, und dann mache ich es kompliziert, und das ist dann Wissenschaft.“ Dabei sei das völlig falsch.

Auch unter der „Fremdwörteritis“ leidet die Verständlichkeit. Studenten sollten aber immer auf den „Nettogehalt der Ideen“ schauen, wenn andere mit Fremdwörtern um sich zu werfen, rät Brink. „Das ist nicht selten alter Wein in neuen Schläuchen.“ Das sei gerade in internationalisierten Studiengängen zu beobachten. „Da sagt man Interdependenz und nicht Wechselwirkung.“

Die Dinge einfach und klar dazustellen, ist dabei alles andere als einfach. Denn es setzt Verständnis voraus, erläutert Pospiech. Nicht selten entsteht eine Hausarbeit so: Man nehme Zitate aus mehreren Büchern, baue sie zusammen, und fertig ist die Laube.

Selbst formulieren

Wer seinen Text dagegen eigenständig formuliert, muss begriffen haben, worum es geht. Studenten gewöhnen sich das Phrasendreschen und Nachplappern also besser schnell ab, wenn sie wirklich etwas lernen wollen.

Dabei dürfe Einfachheit aber nicht mit Belanglosigkeit verwechselt werden: Es geht nicht um unbestimmte subjektive Eindrücke nach dem Motto „Mir kam das beim Lesen irgendwie ein bisschen komisch vor“. Auch dürften Studenten einen Sachverhalt nicht unzulässig vereinfachen, so Brink. Wer diese Dinge beachtet, profitiert davon auch in der Prüfung. Denn spätestens dann fliegt es in der Regel auf, wenn das Wissen von Studenten nur aus heißer Luft besteht.

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