Wilhelmshaven - Der Gesetzgeber schreibt vor, dass medizintechnische Geräte vor jeder Anwendung auf Funktionsfähigkeit und ordnungsgemäßen Zustand geprüft werden müssen. Diese „Sichtprüfung“ erfolgt in der Regel durch das Pflegepersonal oder die Ärzte. Nach Angaben der Jade Hochschule stellen Zeitmangel und die steigende Anzahl von Geräten mit ihren Besonderheiten und möglichen „Schwachstellen“ ein Problem bei der ordnungsgemäßen Prüfung dar.
Eine Projektgruppe der Jade Hochschule hat jetzt unter der Leitung von Dr. Thomas Lekscha ein System entwickelt, welches die „Sichtprüfung“ an medizinischen Geräten für das Personal erleichtert. Gefördert wurde das Projekt durch die EU und das Land Niedersachsen.
Die Hauptaufgabe des Systems ist es, Sichtprüfungen insbesondere an Infusionspumpen zu unterstützen, durchzuführen und zu dokumentieren. Hierbei werden dem Pflegepersonal Verfahrensschritte und Entscheidungshilfen zur Durchführung einer Sichtprüfung vorgegeben.
Nach erfolgreicher, assistierter Sichtprüfung des medizintechnischen Geräts wird über eine Funkkommunikation eine intelligente Schaltbox aktiviert, die die Versorgungsspannung der Infusionspumpe für den Betrieb freischaltet. Erst wenn sichergestellt ist, dass die Pumpe ordnungsgemäß funktioniert, kann sie benutzt werden.
Studierende haben das System, das in Kooperation mit Weinert Engineering aus Bad Zwischenahn entwickelt wurde, erprobt. Unabhängig von den Labortests an der Jade Hochschule sollen weitergehende Tests im täglichen Einsatz im Krankenhaus erfolgen.
