OLDENBURG - Den Bachelorabschluss haben die ersten Absolventen der neuen Studiengänge jetzt in der Tasche. Aber was genau damit anfangen? Viele Bachelors (BA) der ersten Generation fragen sich: Wissen Arbeitgeber, für welche Aufgaben ich qualifiziert bin? Können sie überhaupt etwas mit den neuen Abschlüssen anfangen?
Diese Fragen versuchten einige Studierende der Sonderpädagogik an der Universität Oldenburg mit der Umfrage „Bachelor – Und dann?“ unter potenziellen Arbeitgebern zu beantworten. Die Umfrage ergab, dass der Bachelorabschluss durchaus bekannt ist. Allerdings zeigten sich sehr große Unterschiede zwischen verschiedenen Institutionen. Während etwa in den Gemeinnützigen Werkstätten praktisch alle Befragten etwas mit dem Abschluss anzufangen wussten, hatten in Krankenhäusern nur sehr wenige eine konkrete Vorstellung.
Die Qualität der Bachelorabschlüsse wird ebenfalls sehr unterschiedlich eingestuft. Bachelors im Vermessungswesen würden beispielsweise im Öffentlichen Dienst in der gleichen Gehaltsklasse eingestellt wie die Diplom-Ingenieure (FH), erklärt Professor Dr. Hero Weber, Studiendekan für Geoinformation, Vermessung und Geodäsie an der Fachhochschule (FH) Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven. Michael Wefers, Geschäftsführer Personal- und Rechtsmanagement bei CeWe-Color, vergleicht den Bachelor dagegen eher mit dem bisherigen Vordiplom. „Der Bachelor hat aber durchaus seine Berechtigung. Es gibt Arbeitsplätze, für die er der richtige Abschluss ist, für andere brauchen wir jedoch die Masterabsolventen“, so Wefers, der im übrigen auch Vorsitzender der Universitätsgesellschaft Oldenburg ist.
Diese Einschätzung bestätigt die Befürchtung vieler Studierender. Auch Christian Pohl, der den Bachelor of Engineering an der FH anstrebt, hat im Gespräch mit einem möglichen Arbeitgeber den Eindruck gewonnen, dass der Bachelor weniger Wert ist als das Diplom. Die Problematik, dass Unternehmen Bachelorabsolventen und damit den eigenen Nachwuchs desavouieren, indem sie die jungen Absolventen in niedrigere Gehaltsklassen eingestufen als Diplom-Ingenieure, sieht auch Professor Dr. Thomas Priesemann, Dekan für Geoinformation und Bauwesen an der FH. Er hält die Zukunftsängste seiner Studierenden jedoch für unbegründet, da es in der Baubranche derzeit zu wenig Ingenieure gibt, die Unternehmen folglich in Zukunft auch Bachelors einstellen müssen. „Das Gehalt ist in so einer Situation natürlich Verhandlungssache“, sagt Priesemann.
Wie wichtig es ist, sich gut verkaufen zu können, betont Beate Rönz, die zu den ersten Sonderpädagogen gehört, welche an der Uni Oldenburg den Bachelor erworben haben. „Viele Arbeitgeber wissen nicht, was sich hinter dem Bachelor verbirgt, und wollen wissen, mit welchem Abschluss er vergleichbar ist“, fügt Rönz hinzu.
Erläutern Bachelorabsolventen ihre Qualifikation, dürften sie bei Arbeitgebern auf offene Ohren stoßen, denn generell haben die meisten Unternehmen eine positive Einstellung zu den neuen Abschlüssen. So hat die EWE AG seit 2005 vier Betriebswirte und vier Wirtschaftsingenieure mit BA-Abschluss eingestellt. Auch für Dirk Punke, technischer Geschäftsführer der Büfa Reaktionsharze GmbH & Co. KG, spielt es keine Rolle, ob Bewerber einen Bachelor- oder Diplomabschluss haben. „Hauptsache, sie sind anwendungsorientiert ausgebildet und passen zu uns“, sagt Punke.
Der Praxisbezug und die Anwendungsorientierung des Studiums stehen auch bei sehr vielen anderen Unternehmen in Niedersachsen ganz oben auf der Liste der Erwartungen, die an Bachelors gestellt werden. Dies ergab eine Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, wie Dr. Thomas Hildebrandt, Geschäftsführer für den Bereich Aus- und Weiterbildung bei der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer, mitteilt. „Bachelors müssen die Praxis kennen – nicht alles können“, fasst Hildebrandt die Vorstellungen vieler Arbeitgeber zusammen.
„Bachelors
müssen die
Praxis kennen – nicht alles
können“
Dr. Thomas Hildebrandt,
IHK Oldenburg
Den Bachelorabschluss haben die ersten Absolventen der neuen Studiengänge jetzt in der Tasche. Aber was genau damit anfangen? Viele Bachelors (BA) der ersten Generation fragen sich: Wissen Arbeitgeber, für welche Aufgaben ich qualifiziert bin? Können sie überhaupt etwas mit den neuen Abschlüssen anfangen?
Diese Fragen versuchten einige Studierende der Sonderpädagogik an der Universität Oldenburg mit der Umfrage „Bachelor – Und dann?“ unter potenziellen Arbeitgebern zu beantworten. Die Umfrage ergab, dass der Bachelorabschluss durchaus bekannt ist. Allerdings zeigten sich sehr große Unterschiede zwischen verschiedenen Institutionen. Während etwa in den Gemeinnützigen Werkstätten praktisch alle Befragten etwas mit dem Abschluss anzufangen wussten, hatten in Krankenhäusern nur sehr wenige eine konkrete Vorstellung.
Die Qualität der Bachelorabschlüsse wird ebenfalls sehr unterschiedlich eingestuft. Bachelors im Vermessungswesen würden beispielsweise im Öffentlichen Dienst in der gleichen Gehaltsklasse eingestellt wie die Diplom-Ingenieure (FH), erklärt Professor Dr. Hero Weber, Studiendekan für Geoinformation, Vermessung und Geodäsie an der Fachhochschule (FH) Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven. Michael Wefers, Geschäftsführer Personal- und Rechtsmanagement bei CeWe-Color, vergleicht den Bachelor dagegen eher mit dem bisherigen Vordiplom. „Der Bachelor hat aber durchaus seine Berechtigung. Es gibt Arbeitsplätze, für die er der richtige Abschluss ist, für andere brauchen wir jedoch die Masterabsolventen“, so Wefers, der im übrigen auch Vorsitzender der Universitätsgesellschaft Oldenburg ist.
Diese Einschätzung bestätigt die Befürchtung vieler Studierender. Auch Christian Pohl, der den Bachelor of Engineering an der FH anstrebt, hat im Gespräch mit einem möglichen Arbeitgeber den Eindruck gewonnen, dass der Bachelor weniger Wert ist als das Diplom. Die Problematik, dass Unternehmen Bachelorabsolventen und damit den eigenen Nachwuchs desavouieren, indem sie die jungen Absolventen in niedrigere Gehaltsklassen eingestufen als Diplom-Ingenieure, sieht auch Professor Dr. Thomas Priesemann, Dekan für Geoinformation und Bauwesen an der FH. Er hält die Zukunftsängste seiner Studierenden jedoch für unbegründet, da es in der Baubranche derzeit zu wenig Ingenieure gibt, die Unternehmen folglich in Zukunft auch Bachelors einstellen müssen. „Das Gehalt ist in so einer Situation natürlich Verhandlungssache“, sagt Priesemann.
Wie wichtig es ist, sich gut verkaufen zu können, betont Beate Rönz, die zu den ersten Sonderpädagogen gehört, welche an der Uni Oldenburg den Bachelor erworben haben. „Viele Arbeitgeber wissen nicht, was sich hinter dem Bachelor verbirgt, und wollen wissen, mit welchem Abschluss er vergleichbar ist“, fügt Rönz hinzu.
Erläutern Bachelorabsolventen ihre Qualifikation, dürften sie bei Arbeitgebern auf offene Ohren stoßen, denn generell haben die meisten Unternehmen eine positive Einstellung zu den neuen Abschlüssen. So hat die EWE AG seit 2005 vier Betriebswirte und vier Wirtschaftsingenieure mit BA-Abschluss eingestellt. Auch für Dirk Punke, technischer Geschäftsführer der Büfa Reaktionsharze GmbH & Co. KG, spielt es keine Rolle, ob Bewerber einen Bachelor- oder Diplomabschluss haben. „Hauptsache, sie sind anwendungsorientiert ausgebildet und passen zu uns“, sagt Punke.
Der Praxisbezug und die Anwendungsorientierung des Studiums stehen auch bei sehr vielen anderen Unternehmen in Niedersachsen ganz oben auf der Liste der Erwartungen, die an Bachelors gestellt werden. Dies ergab eine Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, wie Dr. Thomas Hildebrandt, Geschäftsführer für den Bereich Aus- und Weiterbildung bei der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer, mitteilt. „Bachelors müssen die Praxis kennen – nicht alles können“, fasst Hildebrandt die Vorstellungen vieler Arbeitgeber zusammen.
„Bachelors
müssen die
Praxis kennen – nicht alles
können“
Dr. Thomas Hildebrandt,
IHK Oldenburg
