OLDENBURG - Lernen durch Erfahren: Nicht die Weisheit aus Büchern, sondern das tatsächliche Ausprobieren soll Schülern in der Sinnesschule an der Universität Oldenburg Wissen vermitteln. Doch ab sofort lernen nicht nur die Kleinen, sondern auch die Großen. Das Angebot der Biologiedidaktik startet in die kommende Saison mit einem neuen Konzept.
„Ab Dezember werden Studenten die Führungen für die Schülergruppen übernehmen“, erklärt Professor Dr. Corinna Hößle. Bislang hatte dies eine fertig ausgebildete Pädagogin übernommen. Nun sollen sich diese Aufgabe acht angehende Lehrerinnen und Lehrer teilen.
Interaktive Exponate
Die Sinnesschule wurde im Mai 2010 eröffnet. Auf rund 100 Quadratmetern bieten interaktive Exponate und Experimente die Möglichkeit, die Sinne begreifbar zu machen. Schüler der Grundschule und der Sekundarstufe I hören, schmecken, sehen, fühlen und riechen an verschiedenen Stationen, wie zum Beispiel dem Dunkeltunnel, in dem einem buchstäblich schwarz vor Augen wird.
Angeleitet und unterstützt werden die Kinder in Zukunft von den Studierenden, die aus dieser Erfahrung ebenfalls etwas mitnehmen. „Sie kommen in Kontakt zu den Schülern und können ihre eigenen Lernarrangements anwenden“, erklärt Hößle die Vorteile. Zudem bieten sich gute Ansätze für Bachelor- und Magisterarbeiten. Auch für die Kinder sei es oft angenehmer, wenn ihnen etwas jüngere Erwachsene gegenüber stünden.
Katharina Penning, eine der zukünftigen Gruppenbetreuerin der Sinnesschule, freut sich über diese zusätzliche Übung. „Hier kann ich die Theorie in Praxis umsetzen“, sagt die 23-Jährige. Das sei etwas, was ihrer Meinung nach im Rahmen ihrer Lehrerausbildung zu kurz komme. „Mit der Sinnesschule wird der Kontakt zwischen Uni und Schulen hoffentlich verbessert.“
So vorteilhaft das Konzept für beide Seiten auch klingt, es ist trotzdem ein wenig aus der Not geboren. Bis auf einen Restbetrag aus der Finanzierungshilfe aus dem Topf der Studiengebühren ist kein Geld mehr da, um eine Stelle zu finanzieren. Anträge für Fördergelder wurden abgelehnt. Das Engagement der Studierenden, die als Hilfskräfte eingestellt werden, sowie eine Gebühr von zwei Euro pro Schüler halten das Projekt derzeit am Leben. „Da ist momentan unser Rettungsring“, erklärt Hößle.
Umso mehr hofft sie auf positive Resonanz der Schulen aus Oldenburg und umzu. 25 Klassen waren in der letzten Saison zu Gast. Bis zu zehn Führungen pro Woche sind theoretisch möglich. „Wir setzen aber nicht auf Masse, sondern auf Qualität“, betont Hößle.
Ab 1. Dezember bis zum Ende des Schuljahres ist die Sinnesschule am Uhlhornsweg wieder geöffnet. Weitere Informationen gibt es unter Tel. 0441/798-3268 und unter
@
