OLDENBURG - Das ist alles? Was der amerikanischen Austauschstudentin Kristin Malone diesen verwunderten Ausdruck über die Lippen rutschen lässt, ist das aus ihrer Sicht übersichtliche Angebot des Oldenburger Universitäts-Fanshops. Schließlich ist sie aus ihrer Heimat ganz andere Dimensionen gewohnt. Das Geschäft der Unis in Deutschland mit T-Shirts, Stiften oder Bechern steckt dagegen noch in den Kinderschuhen.
Obwohl ganz so neu ist der Verkauf von Produkten mit dem Uni-Logo in Oldenburg dann doch nicht. Wann genau die ersten Artikel feil geboten wurden, weiß der dafür zuständige stellvertretende Bibliotheksdirektor Rainer Vogt nicht mehr. Sicher ist aber, dass sie seit 2002 im eigenen Laden unter dem Namen prints & souvenirs im Foyer der Bibliothek am Uhlhornsweg unter die Studierenden gebracht werden.
Wir haben mit einem breit angelegten Sortiment an T-Shirts angefangen, erinnert sich Vogt. Inzwischen gibt es Becher, Bleistifte, Sportjacken oder Krawatten. Der Verkaufsschlager im Moment sind die Visitenkarten-Etuis. Aber das wechselt immer mal wieder. Was gut ankommt, lässt sich schwer voraussagen. Daher probiert Vogt immer mal wieder etwas Neues aus mit dem Wissen, dass manches Angebot auch schnell zum Ladenhüter werden kann.
Gewinn für Bibliothek
Doch das Risiko ist vertretbar, schließlich hängt die finanzielle Zukunft der Universität nicht an dem Verkauf der Fanartikel. Gerade einmal 14 000 Euro Umsatz pro Jahr macht Vogt mit diesen Produkten, der Gewinn wird in die Bibliothek investiert. Über solche Zahlen kann Kristin Malone nur milde lächeln, vergleicht sie Oldenburg mit amerikanischen Universitäten. Unglaublich viel Geld, würde dort mit dem Verkauf der Fanartikel gemacht.
Auch an ihrer Heimatuniversität in Towson im Bundesstaat Maryland. Auf allem, wo man ein Logo draufsetzen kann, ist auch ein Logo drauf, erzählt die 24-Jährige. Riesige Geschäfte, die einzig diese Uni-Produkte verkaufen, findet man auf jedem Campus. Und die Studierenden sind bereit, hohe Preise zu bezahlen, damit der Name der Universität quer auf dem Pullover prangt.
Mit school pride, also dem Stolz, einer bestimmten Schule anzugehören, erklärt Kristin dieses Phänomen. Von der ersten Klasse wachse man in den USA mit diesem Zugehörigkeitsgefühl auf, singe Schul-Hymnen, feuere die beliebten Schulauswahl-Mannschaften beim Sport an. Oldenburg komme ihr ganz anders vor. Hier scheint alles konzentriert auf die Lehre. Aber das finde ich gut, sagt Kristin.
Dass das wohl vorerst so bleibt und sich in naher Zukunft nicht alle Studierenden plötzlich ein Uni-Oldenburg-Shirt über den Kopf ziehen werden, ist auch Rainer Vogt klar. Doch das ist für ihn kein Grund, das Experimentieren mit neuen Produkten aufzugeben. Es gibt zum Beispiel die Idee, dass wir Plätzchen mit unserem Logo von der Mensa backen lassen, erzählt er.
Reimduell als Werbung
An Kreativität mangelt es nicht, wie auch das Reimduell als Werbung für prints & souvenirs im Internet, angelehnt an einen Werbefilm für Schoko-Bonbons, beweist: Wie ich den Fürwitzigen hasse, der greift nach meiner Uni-Tasse. Als Hohlmaß für jedwedes Nasse, dient mir nur die Uni-Tasse.
prints & souvenirs im Foyer der Bibliothek am Uhlhornsweg ist geöffnet montags bis freitags von 11 bis 15 Uhr.
Der Werbespot und das Angebot an Fanartikeln im Internet www.ibit.uni-oldenburg.de/17993.html
