OLDENBURG - OLDENBURG - Bakterien, die das Wachstum von Fischen in Aquakulturen fördern, stehen im Mittelpunkt eines Genomprojekts, an dem neben der Universität Oldenburg verschiedene niedersächsische Forschungseinrichtungen beteiligt sind. Die Sequenzen dieser und sieben weiterer Bakteriengenome, die zur Roseobacter-Gruppe gehören, sollen umfassend analysiert werden.

Für dieses Projekt hat das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur jetzt Fördermittel in Höhe von 1,8 Millionen Euro aus dem Niedersächsischen Vorab der Volkswagen Stiftung zur Verfügung gestellt.

„Mit diesem Projekt wird die auch international hoch angesehene Forschung über Meeresbakterien in den beteiligten niedersächsischen Institutionen nachhaltig gestärkt“, sagt Professor Dr. Meinhard Simon vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres der Universität Oldenburg, der das Projekt leitet. Beteiligt sind auch die Universitäten Göttingen und Braunschweig sowie das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung und die Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen in Braunschweig.

Die Roseobacter Gruppe ist von großem Interesse, da sie sich durch einen ungewöhnlich vielseitigen Stoffwechsel auszeichnet, der auch für biotechnologische Anwendungen höchst interessante Substanzen liefert.

So produzierten einige Roseobacter-Gruppen antibiotisch wirksame Substanzen. „Wahrscheinlich halten sie damit Krankheitserreger ab, so dass die Fische gesünder heranwachsen“, erklärt Simon.

Einige Vertreter der Roseobacter-Gruppe kommen ohne Sauerstoff aus. „Sie beziehen ihre Energie aus der so genannten Nitratatmung“, sagt Simon. „Sie leben in einem Milieu, dass für die meisten anderen Lebewesen giftig ist.“

Wie die Roseobacter-Vertreter sich an ihre unterschiedlichen Lebensräume im Meer angepasst haben, sie leben zum Beispiel auch im Eis des Nord- und Südpols, soll mit dem Projekt möglichst weitgehend geklärt werden. Dieses Forschungsprojekt schafft außerdem eine wichtige Voraussetzung für mögliche biotechnologische Anwendungen von Mikroorganismen dieser Bakteriengruppe.