Oldenburg/Kampala - Beim Bau eines Jugend- und Ausbildungszentrums in Uganda haben Studierende und Alumni der Jade Hochschule Ende Februar mit angepackt. Die Architektur-Studierenden hatten vorab die Entwürfe für den Neubau des Ausbildungszentrums „Rainbow House of Hope“ in Kampala angefertigt.
„Für mich war dieses Projekt etwas ganz Besonderes, weil wir vor Ort mithelfen und sehen konnten, wie das, was wir hier geplant haben, gebaut wird“, sagt Christina Timm, Studentin im zweiten Semester des Master-Studiengangs Architektur. „Und zwar unter ganz anderen Bedingungen als in Deutschland, mit einer anderen Bauweise und mit viel weniger Mitteln – und trotzdem gut.“
Motiviert beim Bau
Als das Team der Jade Hochschule, bestehend aus Prof. Peter Fank, dem Lehrbeauftragten Florian Schick und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Nabil El Schami sowie sechs Studierenden und drei Alumni in Kampala eintraf, waren die Vorarbeiten bereits abgeschlossen: Die Terrassen des Grundstückes am Hang waren angelegt, erste Fundamente waren gemauert und die Steinproduktion war in vollem Gange.
Gemeinsam mit den lokalen Bauarbeitern und Ingenieuren begann das Team der Jade Hochschule die Hochbauarbeiten: sie errichteten Sonnensegel, transportierten Steine und mischten Mörtel an. In den Pausen besprachen alle das weitere Vorgehen und rasch hatten sich Teams für die Zimmerer-, Maurer- sowie Tischlerarbeiten gefunden.
„Die Gruppe war sehr gemischt, das war von großem Vorteil. Vor Ort war ein Ingenieur und bei uns im Team gab es Architekten, Maurer, Zimmerer und Tischler“, sagt El Schami. „Die Studierenden hatten auch durch ihre Praktika im Baubereich schon einige Erfahrung und konnten gut mit anpacken.“
Zudem seien alle sehr motiviert dabeigewesen, trotz Unwägbarkeiten und Anstrengung. „Die Hitze war drückend und die langen An- und Abfahrten zur Baustelle über raue Pisten anstrengend“, erzählt El Schami. „Dennoch vergingen die Arbeitstage nahezu im Fluge und das erste Gebäude wuchs stetig in die Höhe.“ Nach acht Tagen Bauzeit waren ein Teil des Daches und das Mauerwerk fertiggestellt.
Voneinander lernen
Im Sommer möchte das Team der Jade Hochschule erneut nach Uganda reisen. Bis dahin sollen die Bauarbeiten vorangetrieben werden. Einen genauen Zeitplan kann es aber nicht geben: „Vor Ort kann nur so schnell weitergearbeitet werden, wie der Verein Geld für Material und Lohnkosten reinbekommt.“
Die Kommunikation mit den einheimischen Bauarbeitern verlief zunächst etwas stockend, nicht alle sprachen Englisch. Doch neben der Arbeit boten auch die gemeinsamen, vor Ort zubereiteten Mahlzeiten Gelegenheit, sich näher kennenzulernen.
„Die einheimischen Bauarbeiter zeigten uns auf beeindruckende Weise, wie schnell ein Gerüst gebaut werden kann und wie man möglichst effizient Material transportiert“, sagt El Schami. „Die Detailarbeit und Präzision auf unserer Seite machte hingegen Eindruck bei ihnen. So wuchs der Respekt füreinander und beide Seiten profitierten voneinander.“
Grund für die Zusammenarbeit war, dass das Jugend- und Ausbildungszentrum umziehen musste, da die Pachtverträge ausliefen. Auf einem Gelände außerhalb der Stadt sollte ein gänzlich neues Zentrum entstehen. Das soziale Projekt suchte über den gleichnamigen deutschen Verein Partner – so entstand der Kontakt zum Fachbereich Architektur der Jade Hochschule. Das „Rainbow House of Hope Uganda“ (RHU) ist eine einheimische Nicht-Regierungs-Organisation, die sich für die Verbesserung der sozialen Situation benachteiligter Jugendlicher stark macht.
