OLDENBURG - Wie kann der Energieverbrauch sowohl von Ballungsräumen und mittelgroßen Städten als auch von Kleinstädten und ländlichen Regionen reduziert werden? Strategien zur Lösung dieses Problems wollen Wissenschaftler der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern aus den Nordsee-Anrainerstaaten erarbeiten. Das von der FH OOW eingereichte Projekt Interreg IVB mit einer Laufzeit von drei Jahren ist jetzt von dem von der EU eingesetzten Steuerungskomitee genehmigt worden.
„Es ist sehr erfreulich, dass der Wissenschaftsstandort Oldenburg von einer Million Euro des rund 5,2 Millionen Euro umfassenden Gesamtprojektetats profitiert. Von dem Projekt der Nordseeanrainer erhoffe ich mir eine langfristige Wirkung auch auf nachhaltige Planungen der öffentlichen Hand. Denn ,North Sea – SEP’ umfasst konkrete Vorhaben, wie beispielsweise die bessere Rückgewinnung von Wärme aus Abwasser. Mit solchen und weiteren Ansätzen kann der Ressourcen schonende Umgang mit Energie in vielen Regionen weiter vorangetrieben werden“, sagte der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann.
Diese notwendige und gleichermaßen schwierige Aufgabe soll unter anderem durch den Aufbau von strategischen Partnerschaften zwischen Wohnungsgesellschaften, landwirtschaftlichen Genossenschaften, Energieversorgern, Kommunalverwaltungen und wissenschaftlichen Einrichtungen erleichtert werden. Die erarbeiteten regionalen Energiestrategien werden in einem detaillierten Maßnahmenkatalog festgehalten, der auch Regionen, die nicht an diesem Projekt beteiligt sind, als Handbuch in Sachen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit dienen soll.
Der Vizepräsident der Fachhochschule Professor Dr. Manfred Weisensee sieht in der Projektbewilligung eine Bestätigung der Strategie, die Kompetenzen der angewandten Forschung auch in großen Projekten zu bündeln. „Wir planen eine erste Präsentation auf der UN Klimakonferenz in Kopenhagen und werden dort auch Pilotprojekte der Hochschule und ihrer Partner aus Stadt und Region vorstellen.“
Die weiteren Projektpartner sind unter anderem Universitäten aus Schottland, Kommunen und Städte aus Niedersachsen, Schweden, Belgien, Schottland und Dänemark, Provinzen aus den Niederlanden sowie Växjö – Energiekontor für Südost Schweden.
