OLDENBURG - Schiebetüren öffnen sich selbsttätig und machen den Weg frei in das Badezimmer. Die Beleuchtung wird scheinbar von Geisterhand eingeschaltet. Der Rollator steuert mit sanftem Kommando das Ziel an, das vorher mit einem Fingerzeig aus einem übersichtlichen Auswahlmenü oder auf Zuruf bestimmt wurde.

Es ist gar nicht soviel Zukunftsmusik, die hier an-klingt. In Oldenburg und seit kurzem auch in Bremen gibt es Forschungswohnräume, in denen bereits einiges verwirklicht ist, was zu den assistiven Technologien zählt. Hinter diesem Begriff verbergen sich technische Lösungen, die das Leben kranker und älterer Menschen sicherer und komfortabler, aber auch so selbstständig wie möglich machen sollen.

Ab dem kommenden Wintersemester wird es auch einen neuen Bachelorstudiengang mit dem Titel „Assistive Technologien“ für Ingenieure an der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven geben. Im Zentrum des Studiums stehen Schlüsseltechnologien wie Datenverarbeitung und -übertragung, Mikrosystemtechnik oder Sensorik.

Entwickelt werden zum Beispiel technische Hilfen, die etwa Puls oder Blutdruck eines Patienten messen und diese Daten entweder an einen Arzt übermitteln oder bei Unter- beziehungsweise Überschreiten eines bestimmten Grenzwertes Alarm auslösen. Dieser kann entweder akustisch sein, so dass dem Träger beispielsweise mitgeteilt wird, dass er jetzt ein Medikament benötigt, oder direkt bei einer Notrufzentrale ankommen.

In diesem Zusammenhang spielen auch intelligente Textilien eine wichtige Rolle. Bei diesen Kleidungsstücken, wie eng anliegenden T-Shirts, sind Mikrosensoren in die Nähte eingearbeitet, die etwa bei Diabetikern bestimmte Werte über die Haut messen.

Damit diese Technologien möglichst genau den Bedürfnissen der Anwender angepasst werden können, umfasst der Studiengang „Assistive Technologien“ auch Ausbildungsinhalte aus der Medizin, der Gerontologie, den Gesellschaftswissenschaften sowie aus der Architektur und dem Bauwesen.

Bewerbungsschluss für den Studiengang „Assistive Technologien“ ist der 15. Juli.

Weitere Informationen unter www.assistive-technologien.de