Oldenburg - Der Senat der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg hat am Mittwoch die letzten Weichen für die neue Leitung der Hochschule ab 2020 gestellt. Nach Vorschlag von Präsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper und dem zustimmenden Votum des Hochschulrats bestätigte der Senat die Sonderpädagogin Prof. Dr. Annett Thiele als neue Vizepräsidentin für Wissenschaftlichen Nachwuchs und Gleichstellung. Damit ist das neue Präsidium – bei Zustimmung des niedersächsischen Wissenschaftsministeriums – komplett.

Die zweijährige Amtszeit von Thiele und den beiden anderen neuen nebenamtlichen Vizepräsidenten Prof. Dr. Verena Pietzner und Prof. Dr. Martin Fränzle beginnt voraussichtlich am 1. Januar 2020. An die aktuelle Amtszeit des hauptamtlichen Vizepräsidenten für Verwaltung und Finanzen, Jörg Stahlmann, soll sich nach dem Willen des Senats ab Ende 2020 eine zweite, achtjährige Amtszeit anschließen.

Universitätspräsident Piper erklärte, er freue sich darauf, im neuen Jahr mit neuem Schwung und einem neuen Team den erfolgreichen Weg der Universität fortzusetzen. Er dankte den scheidenden Vizepräsidentinnen Prof. Dr. Sabine Kyora und Prof. Dr. Esther Ruigendijk sowie dem Vizepräsidenten Prof. Dr. Meinhard Simon für ihre kompetente und engagierte Arbeit der vergangenen Jahre.

Mit Blick auf den wissenschaftlichen Nachwuchs betonte Thiele in ihrer Rede vor dem Senat, dass sie den „Transfer von Köpfen“ – promovierten Nachwuchskräften – in die Gesellschaft künftig stärker in den Fokus rücken wolle. Durch Graduiertenschulen und strukturierte Promotionskollegs fänden Promovierende schon heute eine gute Situation an der Universität vor. Sie wolle daher ihren Blick verstärkt auf die Phase nach der Promotion richten und ein Konzept für Postdoktorandinnen und Postdoktoranden erarbeiten. Ihr gehe es dabei um passgenaue fachspezifische und fakultätsübergreifende Maßnahmen, die beispielsweise dem Ausstieg von Frauen in dieser wissenschaftlichen Qualifizierungsphase entgegenwirken.

Thiele unterstrich, dass sie die Gleichstellung als zentrale Präsidiumsaufgabe betrachte. Den Gleichstellungsplan umzusetzen, bedeute für sie z.B., Genderkompetenzen für die Leitungen von Berufungs- und Besetzungskommissionen zu vermitteln oder Empfehlungen für die aktive Rekrutierung von Frauen zusammenzustellen. Zugleich betonte sie, dass Gleichstellung nur ein Aspekt von Diversität sei: „Um der Heterogenität der Studierenden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gerecht zu werden, muss eine Diversitätsstrategie entwickelt werden.“ Ziel sei, Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit für alle zu ermöglichen. Am Konzept sollen die verschiedenen Interessengruppen mitwirken.