Oldenburg - „Der Trend geht eindeutig hin zu großen Forschungsvorhaben, an denen oftmals 10 bis 15 Projektpartner aus verschiedenen Ländern beteiligt sind. Schon um einen erfolgreichen Antrag für so ein Großprojekt, etwa bei der EU, zu stellen, benötigen Wissenschaftler Spezialwissen im Forschungs- und Transfermanagement“, sagt Prof. Dr. Klaus Fichter, wissenschaftlicher Leiter des neuen Zertifikatsprogramms „Forschungs- und Transfermanagement“ am C3L – Center für lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg.

Denn für solche Anträge braucht man Partner, die Wissenschaftler erst gewinnen müssen. Außerdem wird erwartet, dass Forscher aufzeigen, wie sie ihre Ergebnisse verwerten wollen, so dass diese einen ökonomischen oder gesellschaftlichen Nutzen haben. Sind die Gelder bewilligt, muss so ein Forschungsverbund gemanagt werden. Sprich, es müssen beispielsweise Treffen der Beteiligten organisiert sowie deren Teilprojekte inhaltlich und zeitlich aufeinander abgestimmt werden. „Ein begeisterter Forscher zu sein, reicht da nicht aus“, so Fichter.

„Bisher eignen sich fast alle Wissenschaftler das nötige Zusatzwissen autodidaktisch an“, unterstreicht Fichter. „Das ist nicht unbedingt der effizienteste Weg.“ Zielgerichteter geht es mit dem neuen Programm, welches das C3L zusammen mit der Fraunhofer Academy, der Weiterbildungseinrichtung der Fraunhofer Gesellschaft, entwickelt hat. „Diese Verbindung von Expertise in wissenschaftlicher Weiterbildung und angewandter Forschung dürfte deutschlandweit einmalig sein“, so Fichter.

In fünf Modulen geht es unter anderem um das Verfassen von Anträgen für Fördermittel, Projekt- und Innovationsmanagement sowie die Gründung eines eigenen Unternehmens basierend auf Forschungsergebnissen. Die Weiterbildung richtet sich neben Wissenschaftlern, auch an Forschungs- und Clustermanager. Sie besteht aus Online-Phasen und wenigen Präsenzterminen in München und Berlin, so dass sie mit Beruf und Privatleben vereinbar ist. Das Programm schließt mit dem universitären Zertifikat „Diploma of Advanced Studies“ (DAS) ab. Es startet im März und endet im Mai 2019.