Oldenburg/Wilhelmshaven - Von dem Moment unserer Geburt an sind wir gezwungen uns zahlreiche Dinge anzueignen. Egal ob in der Kindheit, in der Schule, im Studium, im Beruf oder auch in der Freizeit, der Mensch lernt ununterbrochen dazu. Laut Definition ist „Lernen“ der bewusste und der beiläufige Erwerb von Fähigkeiten auf geistigen, körperlichen, charakterlichen und sozialen Gebieten. Für das bewusste Lernen gibt es verschiedene Möglichkeiten, die zum Erfolg führen können.

In Hochschulen ist der klassische Weg, um Studierenden den Stoff nahezu bringen, der Frontalunterricht. Der auditive Lerntyp hat hier gute Chancen, die Inhalte des Dozenten aufzunehmen. Auch im weiteren Lernprozess speichert er Informationen über das Hören und das Sprechen ab. „Wenn ich den Lernstoff ausführlich aufgeschrieben habe, mache ich eine Audioaufnahme, in der ich mir das Geschriebene selbst vorlese. Das Ganze höre ich mir dann zwischendurch oder beim Autofahren an“, berichten Fynn Eike, ehemaliger Wirtschaftsingenieur-Student.

Ein anderer Weg zu lernen, läuft über das Sehen. Der visuelle Lerntyp speichert Informationen effektiver ab, wenn er das Gelernte veranschaulichen kann. Auch Jana Glose, die Medienwirtschaft und Journalismus an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven studiert, lernt auf diese Art und Weise. In ihren Unterlagen sind zahlreiche bunte Markierungen und Skizzen zu finden. „Vor der Führerscheinprüfung musste ich mir aufmalen, wie ich rückwärts einparke. Erst dann hat es bei mir Klick gemacht,“ sagt die 22-Jährige.

Andere Studierende berichten davon, Inhalte durch Kommunikation zu verinnerlichen. Egal ob sie von ihrem Fortschritt erzählen oder den Lernstoff von Kommilitonen erklärt bekommen – sie sind häufig in Lerngruppen zu finden.

Auch der motorische Lerntyp besucht Universitäten und Hochschulen. Diese Menschen bewegen sich gern und begreifen das Lernen als einen aktiven Vorgang.

In der Realität treten die Lerntypen jedoch selten isoliert auf. Die Aufnahme von Informationen im Lernprozess findet über mehrere Sinnesorgane statt. „Je mehr Sinnes- und Tätigkeitskanäle angesprochen werden, desto effektiver ist das Lernen“, berichtete Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, der Süddeutschen Zeitung. So erzählt beispielsweise die Studentin Cefina Gomez, sie könne sich beim Bewegen besser konzentrieren und merke sich Gehörtes eher als Geschriebenes. „In der Klausurvorbereitung wandere ich gern in meinem Zimmer auf und ab und lese mir meine Skript-Zusammenfassung selbst vor“, erzählt die 25-Jährige. Sie verbindet also motorisches und auditives Lernen.

Doch egal wie gelernt wird, ohne wiederholtes Üben lassen sich Inhalte nicht vertiefen. „Was im Kurzzeitgedächtnis ist, muss man im Schnitt viermal wiederholen, bis es sitzt“, sagt Kraus.

Sollten Studierende also beim klassischen Lernen, mit dem Besuch von Vorlesungen und dem Schreiben unzähliger Zusammenfassungen, an ihre Grenzen stoßen, bleiben weitere Lernmethoden, die sich auszahlen können.