Bremen - Wie viele Stunden verbringen Studierende in Lehrveranstaltungen? Wie viel Zeit benötigen sie für Prüfungsvorbereitungen? Sind sie überfordert oder können sie die Anforderungen erfüllen? Physikstudierende der Universität Bremen wollten es wissen und regten in ihrem Fachbereich an, sich an der bundesweiten „ZEITLast-Studie“ zu beteiligen. Das Ergebnis: Ihr Studium ist im Vergleich zu anderen Studiengängen sehr arbeits- und zeitaufwendig, liegt aber immer noch im Rahmen dessen, was für Bachelor- und Masterstudiengänge vorgesehen ist.
„Wir wollten einmal einen objektiven Blick auf unsere Zeitbelastung in einem Semester erhalten“, sagt der Physikstudent Philipp Heyken. Da bot sich die „ZEITLast-Studie“ an. Bei dem Projekt handelt es sich um ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes dreijähriges Vorhaben, bei dem Wissenschaftler der Universität Hamburg deutschlandweit Bachelorstudiengänge genauer unter die Lupe genommen haben.
Anlass waren die Studierendenproteste nach der Bologna-Reform. Der Vorwurf an die Hochschulen lautete damals: Zahlreiche Studiengänge seien nach der Reform inhaltlich und zeitlich überfrachtet.
An der Universität Bremen sammelten die Hamburger Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Physik/Elektrotechnik im Wintersemester 2011/2012 über einen Zeitraum von fünf Monaten die Daten von insgesamt 17 Studierenden. In einer Art Online-Tagebuch dokumentierten diese, wie viel Zeit und Arbeit sie in ihr Physikstudium investieren. Auch wurde die komplette Veranstaltungszeit und die anschließende vorlesungsfreie Zeit mit Prüfungsvorbereitung und Prüfungszeit in die Studie mit einbezogen.
Laut Studie beträgt die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der Bremer Physikstudierenden insgesamt rund 35 Stunden. Die meiste Zeit davon – nämlich rund 32 Stunden – verwenden sie hierbei für ihre Lehrveranstaltungen. Die angegebenen Stunden umfassen die Präsenz- sowie Vor- und Nachbereitungszeit, die Bearbeitung von Übungszetteln und die Ausarbeitung von Praktikumsprotokollen. Hinzu kommen noch weitere drei Stunden für sonstige studienbezogene Aktivitäten, wie etwa Organisatorisches oder Gremienarbeit.
