Neustadt - Das deutsche Steuerrecht ist kompliziert. Das gilt auch, wenn es darum geht, die Kosten für ein Studium abzusetzen. „Der Gesetzgeber unterscheidet, ob es sich um ein Erst- oder ein Zweitstudium handelt“, sagt Bernhard Lauscher von der Vereinigten Lohnsteuerhilfe in Neustadt an der Weinstraße. Wichtige Fragen und Antworten:
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Was kann im Erststudium steuerlich geltend gemacht werden |
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Wer zum ersten Mal studiert, kann seine Studienkosten als Sonderausgaben absetzen – allerdings nur bis zu 6000 Euro und nur im laufenden Jahr. „Diese Möglichkeit nutzt den meisten Studenten nichts, weil dafür die Einnahmen nicht ausreichen“, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler in Berlin. Anders als Werbungskosten können Sonderausgaben nicht aufgespart und später geltend gemacht werden.
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Was kann beim Zweitstudium abgesetzt werden |
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Bei einem Zweitstudium werden die Studienkosten vom Finanzamt in der Regel problemlos als Werbungskosten anerkannt. „Der Bundesfinanzhof hat in mehreren Fällen geurteilt, dass die Kosten einer zweiten Ausbildung vorweggenommene Werbungskosten sind“, erläutert Lauscher. Damit können sich die Studienkosten auch nachträglich steuermindernd auswirken. In einem Musterverfahren streitet der Bund der Steuerzahler derzeit vor Gericht dafür, dass das künftig für die Kosten des Erststudiums gilt.
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Welche Studienkosten werden vom Finanzamt berücksichtigt |
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„Die Studienkosten sind vor allem dann hoch, wenn an privaten Hochschulen studiert wird“, sagt Lauscher. „Da fallen mitunter Studiengebühren von 500 Euro pro Monat und mehr an.“ Aber auch die Kosten für Literatur und Arbeitsmittel oder die Fahrtkosten können abgesetzt werden. „Für Studierende bedeutet das vor allem eins: Rechnungen und Quittungen sammeln, weil alles nachgewiesen werden muss“, sagt Lauscher.
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Wann werden vorweggenommene Werbungskosten von der Steuer abgezogen |
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Wer seine Studienkosten später steuerlich geltend machen will, muss bereits während des Studiums eine Steuererklärung abgeben und seinen Verlust feststellen lassen. Dieser Verlustvortrag wird dann nach dem Studium vom zu versteuernden Einkommen abgezogen.
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Wann sollten Studenten eine Steuererklärung abgeben |
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Eine Steuererklärung kann auch unabhängig von der Frage der Werbungskosten sinnvoll sein. „Je mehr Geld ein Student dazuverdient und dementsprechend Einkommenssteuer zahlt, desto eher lohnt sich die Steuererklärung“, sagt Klocke. Wer auf Lohnsteuerkarte arbeitet, sollte immer eine Steuererklärung abgeben, empfiehlt Sonja Prechtner, Vizepräsidentin des Steuerberaterverbandes Hessen. „Wenn ein Student beispielsweise in den Semesterferien 2000 Euro verdient, wird natürlich erstmal Lohnsteuer einbehalten.“ Die könne man sich über die Steuererklärung dann zurückholen.
