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An der Weiterbildung „Bildung von Anfang an . . . Frühkindliche Pädagogik im Elementar- und Primarbereich“ im Center für Lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg nimmt auch die Isländerin Cornelia Thorsteinsson online teil. An den monatlichen Zweitagesseminaren hat sich die aus Deutschland stammende Lehrerin bisher per Videokonferenz beteiligt. Kürzlich war sie zu einem Präsenzseminar in Oldenburg.
FRAGE:
Wie kommt es, dass Sie an einer Weiterbildung in Oldenburg teilnehmen?
THORSTEINSSON
: Eine deutsche Freundin gab mir den Link, und die Schwerpunkte entsprachen genau meinen Wünschen, da ich in die Lehrerbildung einsteigen möchte. Den isländische Lehrern wird an der Hochschule viel Fachwissen vermittelt, sie bekommen aber keine pädagogisch-praktische Ausbildung. So habe ich angefragt, ob ich auch von Island aus teilnehmen könne.
FRAGE:
Sind Ihre Erwartungen erfüllt worden?
THORSTEINSSON
: Ja, voll und ganz. Sogar die Technik hat bisher immer mitgespielt – keine Vulkanausbrüche oder Schneestürme haben die Übertragung unterbrochen.
FRAGE:
Haben Sie bereits Anregungen erhalten, die Sie in Ihrem Unterricht umsetzten wollen?
THORSTEINSSON
: Ja, sehr viele sogar. Für mich ist auch der Austausch mit den Dozenten und den anderen Teilnehmern sehr wichtig. Denn in Island gibt es nur sehr wenige, die nach den Prinzipien der Fachdidaktik arbeiten.
FRAGE:
Gibt es in Island keine Lehrer-Fortbildungen?
THORSTEINSSON
: Doch, aber da werden veraltete Lehrmethoden vorgestellt, die zum einen Schüler in ihrer heutigen Erfahrungswelt nicht mehr erreichen und zum anderen sie nicht auf die späteren Anforderungen ihrer Umgebung vorbereiten. Manchmal mache ich dann Vorschläge, wie wir den Stoff noch vermitteln könnten. Danach sprechen mich oft Kollegen an und fragen, wie ich das im Unterricht mache.