Bremen - Zahlreiche marine Lebensräume sind gefährdet. Besonders bedroht ist die biologische Vielfalt der Küstenzonen, wie die Universität Bremen mitteilt. Umso wichtiger sei es, Meeresschutzgebiete offiziell auszuweisen. Dafür müssten aber harte Fakten über den jeweiligen marinen Lebensraum vorliegen, die die Schutzwürdigkeit belegen.

Daten über Lebensgemeinschaften in den Meeren können durch Taucheinsätze gesammelt werden. Die direkte Untersuchung beispielsweise von Korallen gibt Aufschluss über den „Gesundheitszustand“ des marinen Lebensraumes.

Deshalb kommt dem wissenschaftlichen Tauchen eine besondere Bedeutung beim Schutz von Meeresgebieten zu. Über moderne Techniken von Unterwasser-Untersuchungen haben sich kürzlich 80 Wissenschaftler aus zehn Ländern an der Universität Bremen ausgetauscht. Zum Abschluss der Konferenz über wissenschaftliches Tauchen, die Professor Thomas Pichler aus dem Fachbereich Geowissenschaften der Bremer Universität organisierte, wurde eine Deutsche Akademie für Unterwasser-Forschung GAUSS gegründet. Ziel der Vereinigung ist es, wissenschaftliches Tauchen in Anwendung und Ausbildung zu fördern.

Durch wissenschaftliches Tauchen wurden beispielsweise neue Erkenntnisse über Funktionen von Fluoreszenzlicht für Bewohner der Korallenriffe gewonnen. So ist jetzt nachgewiesen worden, dass Fische Licht aussenden, um zum Beispiel Beute zu erkennen oder konkurrierende Artgenossen abzuschrecken.