Wilhelmshaven - Den öffentlichen Nahverkehr im ländlichen Raum zu verbessern, ist das Ziel des Projekts ITRACT gewesen, an dem die Jade Hochschule in Kooperation mit der Verkehrsregion-Nahverkehr Ems-Jade (VEJ) in den vergangenen drei Jahren mitgearbeitet hat. Beteiligt waren auch Forscher und Unternehmen aus den Niederlanden, England, Schweden und Norwegen.

ITRACT steht für Improving Transport and Accessibility through new Communication Technologies (Verbesserte Beförderung und Erreichbarkeit durch neue Kommunikations-Technologien). Wie der Titel ankündigt, standen das Internet und seine Nutzungsmöglichkeiten im Zentrum der Untersuchungen. Vor allem die zunehmende Verbreitung mobiler Endgeräte, wie Smartphones und Tablets, eröffnete den Wissenschaftlern neue Möglichkeiten.

Im Fachbereich Ingenieurwissenschaften der Jade Hochschule wurde beispielsweise eine App entwickelt, mit der Schülermonatskarten kontrolliert werden können. „Neben der üblichen Kontrolle kann die App auch genutzt werden, wenn ein Schüler seine Fahrkarte vergessen hat. Über die Eingabe des Namens und das auf dem Smartphone erscheinende Foto kann der Kontrolleur sehen, dass der Schüler eine Monatskarte besitzt, auch wenn er sie gerade nicht vorzeigen kann“, erläutert Projektleiterin Prof. Dr. Juliane Benra von der Jade Hochschule. „Als gestohlen gemeldete Monatskarten können damit auch erkannt werden.“ Eine weitere neue App informiert über die Routen der Buslinien sowie über aktuelle Abfahrtszeiten, wobei Hinweise zu Verzögerungen etwa durch Baustellen berücksichtigt werden.

An zentralen Orten aufgestellte Monitore, die die Abfahrtszeiten von Bussen anzeigen, so dass man sich rechtzeitig auf den Weg zur Haltestelle machen kann, sind eine weitere Verbesserung. „In der Oldenburger Innenstadt gibt es diese Monitore schon länger. Die Variante, die draußen stehen kann, ist jedoch sehr teuer, da sie gegen Wetter und Vandalismus geschützt sein muss. Viele kleinere Gemeinden und Unternehmen können sie sich nicht leisten“, sagt Benra. „Wir setzen auf Monitore, die in belebten Gebäuden, wie Kauf- oder Krankenhäusern sowie in Hochschulen angebracht werden. Diese kosten nur einen Bruchteil der Monitore, die im Freien stehen.“

Ein weiterer Vorteil der Monitore ist, dass die für den jeweiligen Tag aktuellen Zeiten angezeigt werden. „So führen zum Beispiel Fahrplanänderungen während der Schulferien nicht mehr zu Missverständnissen bei Fahrgästen, die keine schulpflichtigen Kinder haben“, so Benra.

Den Standort der Busse in Echtzeit – nicht nach dem Fahrplan – zu erfassen, wäre natürlich noch besser. „Die nötige Technik gibt es. Aber auch diese ist erstaunlicherweise sehr, sehr teuer“, erklärt die Projektleiterin. „Wir haben einen wesentlich günstigeren Prototyp einer Funk-Hardware entwickelt, der mittelfristig zur Echtzeitverfolgung eingesetzt werden kann. Die VEJ hat bereits Fördermittel eingeworben, mit denen das Projekt weiter vorangetrieben wird.“