Bremen - Unterwasser-Roboter so zu programmieren, dass Taucher sie mit Gesten steuern können, das ist Wissenschaftlern der Jacobs University in Bremen jetzt erstmals gelungen. Mit Hilfe einer speziellen Kamera kann der Roboter die Zeichensprache der Menschen verstehen und entsprechend reagieren. Die Anordnung der Finger, Hände und Arme „sagt“ ihm, was zu tun ist.

So kann ein Taucher dem Roboter zum Beispiel signalisieren, dass er ein Foto eines Objekts anfertigen, ihm folgen oder auftauchen soll. Auch komplexere Anweisungen sind möglich, wie zum Beispiel der Befehl, eine Karte über eine bestimmte Fläche zu erstellen. Benötigt werden solche Roboter etwa bei archäologischen Untersuchungen im Ozean und vergleichbaren komplexen Forschungsprojekten unter Wasser in oftmals unwegsamem Terrain, wie die Jacobs University mitteilt.

Wie die Zusammenarbeit zwischen menschlichen Tauchern und Robotern möglichst reibungslos und effektiv ablaufen kann, ist Gegenstand des EU-Projekts CADDY (Cognitive Autonoumous Diving buddy), an dem Andreas Birk, Professor für Elektrotechnik und Informatik an der Jacobs University, mit seiner Arbeitsgruppe maßgeblich beteiligt ist.

Bislang mussten Roboter mit Kabeln verbunden werden, damit sie entsprechende Signale mit Befehlen entgegennehmen und darauf reagieren können. Die Forscher um Andreas Birk sind dabei, dies zu ändern. Hierfür haben sie ein spezielles 3D-Wahrnehmungssystem entwickelt und nun erfolgreich getestet.

Eine große Herausforderung für die Forschung sind die Sichtverhältnisse unter Wasser. Die verwendeten Algorithmen müssen sehr robust sein, das bedeutet, sie müssen auch noch mit qualitativ minderwertigen und teilweise fehlerhaften Daten funktionieren. Gleichzeitig ist eine hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit erforderlich, um die Interpretation der Gesten in Echtzeit zu ermöglichen.

„Die Feldversuche waren sehr erfolgreich“, so Birk. „Wir sind sehr stolz, dass unser System zur Erkennung von Taucher-Gesten die ersten Tests unter realen Bedingungen so gut bestanden hat. Das öffnet komplett neue Wege für die Unterwasser-Robotik.“