Wilhelmshaven - Wie soll es nach dem Abitur weitergehen? Das fragen sich viele. So ging es auch Sarah Hilfers. Heute hat sie die Chance, einen Doppelmaster in den USA absolvieren zu können. Nach dem Abitur im zweiten Anlauf stand Sarah Hilfers ohne richtige Idee für ihren weiteren Lebensweg da. Ein freiwilliges soziales Jahr in der Altenpflege lässt sie nicht ihren Traumberuf finden und so versucht sie sich zunächst als Praktikantin im Bereich Maschinenbau. Nach verschiedenen Praktika bewirbt sich die aus Oldenburg stammende Studentin für ein Bachelorstudium Maschinenbau an der Jade Hochschule. Zum Wintersemester 2014 zieht Sarah Hilfers nach Wilhelmshaven. Doch die Angst bleibt, das Studium nicht zu schaffen. „Man muss das Studieren erst einmal lernen“, sagt sie. „Je mehr Klausuren ich geschrieben habe, desto weniger Prüfungsangst hatte ich.“
In den kommenden Semestern bleibt das Studium für Sarah Hilfers spannend. Nebenbei gibt sie Schülern und Studierenden Nachhilfe in den Fächern Physik und Mathe und arbeitet als studentische Hilfskraft für Volker Lübben. Dabei betreut sie zahlreiche Projekte, wie zum Beispiel die „Engineering Summer Schools“, und steht amerikanischen Studierenden bei Fragen zur Seite.
Als Teilnehmerin der „Engineering Summer Schools“ erfährt sie vom internationalen „Smart House Project“ in Kooperation mit der „Texas Tech University“. Zwei Jahre später fährt sie als Vertretung für eine andere Studentin für zwei Wochen in die USA und bekommt erste Eindrücke von Texas und der Universität in Lubbock. Ihre Entscheidung, den Doppelmaster machen zu wollen, steht fest.
Einen Teil des Studiums verbringen die Studierenden an der Jade Hochschule und gehen daraufhin für ein Jahr in die USA. Die Masterarbeit schreiben die Studierenden wiederum an der Jade Hochschule. Nach erfolgreicher Beendigung des Studiums haben sie den Abschluss der Jade Hochschule und den der Texas Tech University in der Tasche.
Während ihres Bachelorstudiums belegte Sarah Hilfers bereits Module aus dem Masterstudium Maschinenbau. Diese sind nötig, um an der „Texas Tech University“ für den Doppelmaster zugelassen zu werden, damit sie dort die ausstehenden Module belegen kann. „Der Tag hat für alle nur 24 Stunden, aber Lernen macht mir generell viel Spaß. Mir ging es in erster Linie nicht um die Noten. Ich wollte, dass es mit dem Doppelmaster klappt und ich die nötigen Klausuren schaffe“, erzählt Sarah. Finanzieren kann sie den Aufenthalt über Auslands-Bafög, die Unterstützung ihrer Eltern und verschiedene Stipendien.
Trotz anfänglicher Unsicherheiten hat Sarah nicht aufgegeben. „Früher habe ich auch mit Überzeugung gesagt: ‚Ich kann das nicht‘. Damit setzt man sich selbst einfach eine Grenze, die nicht nötig ist, weil man vieles lernen kann.“ Jetzt freut sie sich auf ihren USA-Aufenthalt.
Dankbar ist Sarah Hilfers den Menschen, die ihr auf ihrem Weg geholfen haben, wie etwa Volker Lübben. „Ich habe mit meinem Studium an der Jade Hochschule unglaublich viel gewonnen, sei es Mut oder Auslandserfahrung. Jetzt habe ich die Möglichkeit, den Doppelmaster zu machen. Das hätte ich niemals für möglich gehalten.“
