WILHELMSHAVEN - WILHELMSHAVEN - Gestern wurden die Unterschriften unter den Vertrag der Stadt mit der Bremer Marketingagentur Linke gesetzt. Das private Unternehmen soll sich im kommendem Jahr mit der Werbung von Neu-Wilhelmshavenern befassen. Eine Ratsmehrheit hatte dafür Haushaltsmittel in Höhe von 250000 Euro bewilligt.

Man hoffe auf eine „Gegenfinanzierung“, so Oberbürgermeister Eberhard Menzel, wenn für die erwarteten Mehr-Bürger auch mehr Einnahmen aus dem kommunalen Finanzausgleich flössen.

Die Arbeit der Neubürgeragentur ist zunächst auf eine „Pilotphase“ von einem Jahr beschränkt. Nach einer Vorlaufphase in anderen Räumen beginnt die eigentliche Aktivität laut Pressesprecher Arno Preuß im Februar/März 2006 in der Nordseepassage. Dort soll es außerdem Bürgerservice-Angebote geben.

„Wir benötigen Zuzüge!“ sagte Menzel. Fast alle Städte litten unter der demografischen Entwicklung, hohe Sterberate und niedrige Geburtenrate. Mit derNeubürgeragentur wolle Wilhelmshaven neue Wege gehen.

Menzel verwies auf positive Randbedingungen in der nahen Zukunft der Jadestadt: Vor allem durch industrielle Investitionen in Höhe von rund fünf Milliarden Euro in den nächsten Jahren würden Menschen nach Wilhelmshaven kommen, hunderte ebenfalls durch das Logistikzentrum der Bundeswehr. „Wir müssen möglichst viele der Neuankommenden an Wilhelmshaven binden“, erklärte Menzel. Ein mögliches Zuwachspotenzial bildeten zudem die täglich 9000 Berufseinpendler, die außerhalb wohnen.

Agenturchef Linke kündigte an, weit vor den Toren der Stadt, quer durch die Republik, zu akquirieren, Ansprechpartner sucht die Agentur unter privaten Arbeitgebern, will überdies auf Messen werben.

Die Hauptgründe für einen Ortswechsel seien Arbeitsplatz, Studium, Familie. Ganz wichtig die „Welcome-Funktion“ einer Neubürgeragentur: Neuangemeldete Wilhelmshavener sollen über alles informiert werden, was sie für den Start in der neuen Stadt wissen müssen – von Schulen, Sportvereinen und Freizeitmöglichkeiten bis hin zu Baumärkten und anderen Einkaufsmöglichkeiten. Damit sei ein hohes Maß an Bürgerbindung zu erreichen: „Der Zufriedenheitsfaktor ist entscheidend für das Dableiben.“

Eine Prognose, was für Wilhelmshaven erreichbar sei, wagten weder der Oberbürgermeister noch die Marketingagentur. Linke: „Wir sind aber sicher, dass uns auch in Wilhelmshaven eine ganze Menge einfallen wird.“