Wilhelmshaven/Oldenburg - So manche geniale Geschäftsidee entsteht beim Kaffee mit Kommilitonen. Es wird hypothetisch über einen Prototypen diskutiert, unternehmerische Aufgabenbereiche werden unter den Studierenden verteilt. Allerdings schaffen nur wenige dieser Ideen den Sprung zum Start-up oder marktfähigen Produkten.
Nach der anfänglichen Begeisterung erkennen manche Studierende das unternehmerische Potenzial ihrer Idee nicht mehr oder es fehlt ihnen das nötige Know-how für eine Unternehmensgründung. Studentische Selbstständige machen auch nicht den Löwenanteil unter den Neugründungen aus. Laut Bayrischem Rundfunk liegt das durchschnittliche Alter von Start-up-Gründern bei 34,9 Jahren. 81 Prozent von ihnen haben ihr Studium bereits beendet.
Trotzdem sollten Studierende mit guten Ideen nicht aufgeben. Denn sehr viele Hochschulen haben mittlerweile ein Unterstützungsprogramm für junge Gründer, so auch die Jade Hochschule und die Universität Oldenburg.
Das Gründungs- und Innovationszentrum der Uni Oldenburg (GIZ) berät Studierende, Mitarbeiter, Wissenschaftler sowie Alumni der regionalen Hochschulen in Gründungsfragen. Es bietet professionelle Beratung, auch zu Fördermitteln, Coaching und Qualifizierung sowie Mentoring im Rahmen der Gründung.
An der Jade Hochschule gibt es seit 2005 die Gründerbox in Wilhelmshaven. Studierende können sich mit einer innovativen Idee und einem ausgearbeiteten Konzept bei der Beratungsstelle der Gründungsinitiative vorstellen und so einen Platz im knallroten Gründerbox-Gebäude erhalten.
Dort wird den jungen Unternehmern der Einstieg in die freie Wirtschaft durch eine einjährige Betreuung und Beratung und die Bereitstellung eines Büros erleichtert. So haben die Studierenden durch die Vermittlung des nötigen Know-hows sowie die Unterstützung seitens der Wirtschaftsförderung in Wilhelmshaven (WFG) und des GIZ bessere Möglichkeiten, ihre Geschäftsidee auszuarbeiten und zu vermarkten.
Einer dieser jungen Unternehmer, der durch die Gründerbox gefördert wurde, ist Wiktor Stec. Er konnte sein Interesse für das Skaten für eine funktionierende Geschäftsidee nutzen und gründete 2016 das Unternehmen Victim Brand. Wiktor Stec kreiert in Handarbeit Accessoires aus Skateboards. In seinem Angebot hat der Student Schmuck, Handyhüllen und viele weitere Kleinigkeiten. Außerdem bleibt Wiktor seinem Rohstoff treu und fertigt Trophäen für Skate-Wettbewerbe.
In November 2015 war Wiktor noch ein Studierender mit einer Idee. Bei dem Gründer-Wettbewerb „Plug and Work“ in Wilhelmshaven stellte er sein Konzept vor. Eines der Jury-Mitglieder war Prof. Dr. Thomas Lekscha, der an der Jade Hochschule die Gründerbox leitet. Dieser wurde auf Wiktor aufmerksam und bot ihm einen Platz in dem Förderungs-Projekt an.
Mit Hilfe der Gründerbox war es Wiktor möglich, Victim Brand zu verwirklichen. Er erhielt eine Finanzberatung, eine Patentberatung und konnte Veranstaltungen, wie beispielsweise zum Thema Social Media Marketing, besuchen.
Wiktor Stec studiert nach wie vor an der Jade Hochschule und rät allen Studierenden mit einer Idee, den Versuch zu wagen, diese zu verwirklichen und sich nicht von anfänglichen Schwierigkeiten aufhalten zu lassen. „Zu studieren und ein eigenes Unternehmen zu führen, ist eine Sache von Zeit- und Selbstmanagement. Außerdem muss man sich klare Ziele setzen“, rät der junge Unternehmer.
