Wilhelmshaven - Im Verbundprojekt WERAN plus soll ein Vorhersagemodell entwickelt werden, das die Störwirkung von Windenergieanlagen auf Funk- und Navigationssysteme bewertet. Darüber hinaus werden die Wissenschaftler der Jade Hochschule auch den Einfluss von Offshore Windparks auf UKW-Sprechfunk- und Datendienste untersuchen. Das dreijährige Projekt wird von der Bundesregierung mit 460 000 Euro gefördert. Es baut auf den Ergebnissen des vorangegangenen Forschungsvorhabens WERAN auf, in dem die Wechselwirkungen zwischen Windkraftanlagen und Navigationssystemen, zum Beispiel für die Luftfahrt, erforscht wurden.
In dem Teilprojekt, das von der Jade Hochschule bearbeitet wird, „steht die Entwicklung spezieller Messtechnik sowie deren Einbindung in ein manntragendes Flugzeug im Vordergrund“, erklärt Prof. Dr. Jens Wellhausen. „So können wir in anschließenden Messkampagnen großflächig den Einfluss von Windparks untersuchen – sowohl on-shore als auch offshore“.
„Wir benötigen ein verbessertes Bewertungstool für die Wechselwirkung zwischen Windenergieanlagen und Navigationseinrichtungen“, ergänzt Prof. Dr. Jens Werner. „Die bisher eingesetzten Methoden waren nur bedingt geeignet, um entsprechende Nachweise zu führen. Die Messergebnisse sollen nun dafür genutzt werden, zukünftig auch die Methoden für die Simulation derartiger Störungen zu verfeinern und zu harmonisieren.“
Damit wird es langfristig möglich, bei der Planung neuer Windparks oder der Modernisierung existierender Anlagen, die Bedürfnisse von Funkdiensten der Luftfahrt, der Seefahrt aber auch des Wetterdienstes, beispielsweise des Niederschlagsradars angemessen zu berücksichtigen.
Das dreijährige Forschungsvorhaben wird von dem Verbundkoordinator, der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt Braunschweig, zusammen mit der Jade Hochschule, der Leibniz Universität Hannover, der FCS Flight Calibration Services GmbH und der TU Braunschweig bearbeitet.
