WILHELMSHAVEN - Am 20. Juni geht die Außenstelle des Veterinäramtes Jade-Weser am JadeWeserPort in Vollbetrieb. Der Geschäftsführer des Zweckverbandes, Dr. Norbert Heising, lässt erst überhaupt keinen Zweifel daran aufkommen, dass die Planung punktgenau umgesetzt wird – unabhängig davon, wann die offizielle Inbetriebnahme des Containerhafens erfolgt.
„Am 27. Juni kommen die Kontrolleure der EU nach Wilhelmshaven. Anfang Juli tagt der Ständige Veterinärausschuss“, berichtet der Chefveterinär der hiesigen Region. Kurz danach könnte die europäische Kommission die Veterinäramt-Außenstelle als Grenzkontrollstelle adeln.
Leiterin der Grenzkontrollstelle wird Dr. Imke Pfeifer, die am Montag mit Dr. Norbert Heising und dessen Stellvertreter Dr. Andreas Graf die angemieteten Räume im Nordfrost Seehafen-Terminal in Augenschein nahm. Die Veterinärin, die zuletzt im Landwirtschaftsministerium in Kiel und davor an einer Universität in Brasilien gearbeitet hat, bereitet sich seit Januar auf ihre neue Aufgabe vor. Am Freitag hatte der Bauherr die Büro- und Untersuchungsräume auf den Tag genau an die Mieter übergeben. Neben dem Veterinäramt Jade-Weser werden das die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) sein. Alle drei Institutionen in einem Gebäudekomplex – das spart Kosten und, so Heising, ist auch für die Nutzer von Vorteil. „In anderen Häfen müssen die Importeure drei unterschiedliche Standorte anfahren.“
Als Grenzkontrollstelle wird der JadeWeserPort ein Tor für Futter- und Lebensmittelimporte in die Europäische Union. Entsprechend sind die Untersuchungen. Je nach Produkt und Risikostatus des Herkunftlandes schreibt die EU einen Kontrollplan vor.
Papiere sichten, Inhalt der Container mit den Frachtunterlagen vergleichen, Obst, Fleisch und Futtermittel inspizieren, tiefgefrorene Waren mit Säge, Bohrer und Hochleistungs-Mikrowelle zerlegen und gegebenenfalls in Untersuchungslabore schicken. Auf Dr. Imke Pfeifer und ihre zunächst vier Mitarbeiter wartet viel Arbeit.
Ohne gültige Veterinärpapiere haben die Importeure keine Chance, am Zoll vorbei zu kommen.
