WILHELMSHAVEN - Mit gut 200 Milliarden Euro Umsatz war Logistik 2009 in Deutschland der drittgrößte Wirtschaftsbereich nach der Automobilindustrie und dem Handel. So umschrieb der Präsident der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung (WHV), John H. Niemann, am Donnerstag beim Tag der Logistik die Bedeutung dieses Wirtschaftszweigs.
Zum dritten Mal fand der von der Bundesvereinigung Logistik (BVL) initiierte Tag der Logistik statt in Wilhelmshaven übernahmen Allgemeiner Wirtschaftsverband Wilhelmshaven-Friesland, Hafenwirtschaftsvereinigung und Jade Hochschule die Federführung. Neben der Vortragsreihe boten 14 Firmen und Verbände an Ständen Informationen an.
Außerdem gab es Firmenbesichtigungen, so dass Niemann zwar über mangelnde Präsenz der Studierenden bei den Vorträgen klagte, aber auf ihr Interesse an den Exkursionen baute. Immerhin: 2,7 Millionen Menschen verdienen in Deutschland ihren Lebensunterhalt in der Branche.
Am Logistikmarkt Europa mit 2009 schätzungsweise rund 860 Milliarden Euro Umsatz habe Deutschland mit 20 Prozent einen hohen Anteil. Für die Region Wilhelmshaven, Friesland, Wittmund und Wesermarsch gewinne die Branche noch an Bedeutung. Dabei verwies Niemann zum einen auf den erwarteten Beschäftigungsschub nach Fertigstellung der Großprojekte an der Jade und der Hinterlandanbindungen, aber auch auf das Logistikzentrum der Bundeswehr mit rund 1500 Mitarbeitern.
Auch der Präsident der Jade Hochschule, Dr. Elmar Schreiber, betonte die Bedeutung der Logistik, die weit mehr umfasse als den Transport einer Ware von A nach B. Demnach gehe es darum, die richtige Menge der richtigen Objekte am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Qualität zu den richtigen Kosten zur Verfügung zu stellen. Die Logistik sei eine Jobmaschine, denn ebenso vielfältig wie die Branche seien die Arbeitsplätze.
In den Vorträgen ging es um Strategien, Schäden in der logistischen Versorgungskette zu verringern oder zu vermeiden. Prof. Dr. Klaus Harald Holocher vom Fachbereich Seefahrt Elsfleth beleuchtete Die Risikoposition des Jade-Weser-Ports in der maritimen Supply Chain. Er riet nicht nur dazu, der Jade-Weser-Port-Realisierungsgesellschaft einen knackigeren Namen zu geben. Wichtig sei auch, in der Außendarstellung mit guten Nachrichten aufzutreten und nicht mit intern zu klärenden Unstimmigkeiten.
Qualifizieren für die Zukunft im Jade-Weser-Port stand als Motto über den Beiträgen der Gesellschaften zum Tag der Logistik in den Wilhelmshavener Schulen. Für Studenten und Akademiker fand im Jade-Weser-Port-Infocenter eine Informationsveranstaltung statt.
