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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Uni-Präsident Piper zieht nach einem Jahr Bilanz

01.10.2016
Frage: Herr Piper, Sie sind seit einem Jahr Präsident der Universität Oldenburg. Was für eine Hochschule haben Sie vorgefunden, wo sehen Sie die Stärken?
Piper: Oldenburg hat eine ganz besondere Universität. Denn: Für ihre Größe und dafür, dass sie eine vergleichsweise noch junge Universität ist, hat sie viele originelle Forschungsspitzen. Da ist die exzellente Forschung im Bereich des Hörens, da sind die Informatik, die Meeresforschung, die Forschung zu erneuerbaren Energien – und wir sind der wichtigste Standort der Lehrerbildung in Niedersachsen.
Frage: Und wo sehen Sie Nachholbedarf?

Großer Erfahrungsschatz im Hochschul-Alltag

Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper ist seit 1. August 2015 Präsident der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Er studierte Medizin, Physik und Philosophie an der Universität Göttingen. Piper promovierte in Medizin sowie Philosophie und habilitierte sich im Fach Physiologie.

Von 2008 bis 2014 war er Rektor der Universität Düsseldorf, danach Direktor des Instituts für Molekulare Medizin III des Universitätsklinikums Düsseldorf.

Als Wissenschaftler engagierte er sich als Initiator oder Mitglied verschiedener Forschungsverbünde der Deutschen Forschungsgemeinschaft (vom Graduiertenkolleg bis zu einem Exzellenzcluster) und war Fachkollegiat der DFG.

Piper: Ich würde es eher Herausforderungen nennen, und die gibt es für Universitäten ganz grundsätzlich. Dabei geht es um Wettbewerb, um das Herausbilden eines eigenständigen Profils. Wir konkurrieren um Drittmittel, bei der Exzellenzinitiative und anderen Möglichkeiten, zusätzliche Gelder an die Universität zu holen. Die Universität Oldenburg ist hier bis heute sehr erfolgreich: Wir sind auf der Exzellenz-Karte vertreten und arbeiten hart daran, dass es so bleibt. Wir stoßen als Universität aber auch an Grenzen, denn unsere Infrastruktur ist nicht entsprechend mitgewachsen.
Frage: Heißt das konkret, dass die Universität weitere Gebäude braucht – oder gibt es einen starken Sanierungsbedarf?
Piper: Beides. Für die Sanierung gibt es Landesmittel, aber wir setzen auch einen nicht unbeträchtlichen Anteil unserer Haushaltsmittel dafür ein. Was den weiteren Auf- und Ausbau der Medizin angeht, so brauchen wir aber mittelfristig große Bauvorhaben, um dem Raumbedarf gerecht zu werden. Wir wissen aber auch: Von der Idee bis zur Realisierung solcher Bauvorhaben vergehen oft mehrere Jahre.
Frage: Reicht das Spektrum der Universität aus, um gleichermaßen attraktiv als Standort für Studierende und Lehrende zu sein?
Piper: Zunächst einmal: Oldenburg ist ein attraktiver Standort. Wir haben auf unsere Studienplatz-Angebote eine große Nachfrage in allen Bereichen. Und wenn man Oldenburg kennt, weiß man auch, dass es hier für Studierende einfach ein ideales Umfeld gibt. Auch bei den Berufungen von herausragenden Lehrenden sind wir sehr erfolgreich. Die sehr guten Lebensbedingungen in Oldenburg spielen dabei oft eine Rolle, gerade auch bei jungen Familien.
Frage: Sie haben zu Beginn Ihrer Amtszeit gesagt, Sie wollen die Internationalisierung der Hochschule vorantreiben mit mehr englischsprachigen Studiengängen, mehr ausländischen Studenten. Was ist konkret geplant?
Piper: Hier sind wir heute eigentlich schon sehr erfolgreich. Wir haben über 1000 internationale Studierende aus über 100 Nationen. Oldenburg ist eine internationale Universität, das merke ich auch jeden Mittag, wenn ich in die Mensa zum Essen gehe. Wir schieben auch noch neue Dinge an. Eines unserer jüngsten Vorhaben sind die „European Studies in Global Perspectives“. Das ist ein Angebot für internationale Austauschstudierende, um beispielsweise die kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Besonderheiten Europas kennenzulernen. Das startet jetzt.
Frage: Im Oktober 2012 hat die European Medical School Oldenburg-Groningen ihren Betrieb mit den ersten 40 Medizin-Studierenden aufgenommen. Wie weit ist das Projekt gediehen – und ist es im Zeitplan?
Piper: Es ist im Zeitplan. Wir sind jetzt mit dem fünften Jahrgang mit jeweils 40 Studierenden am Start. 2018 wird es die ersten Absolventen, die ersten Ärzte „made in Oldenburg“ geben. Aber wir sind mit der EMS nach wie vor in der Erprobungsphase bis 2019. Dann wird die Oldenburger Medizin durch den Wissenschaftsrat evaluiert. Entscheidend wird die Frage sein: Haben wir den Studiengang gut auf die Schiene gesetzt.
Frage: Sie sind zusammen mit Ihrer Frau im Sommer 2015 nach Oldenburg gezogen und gelten in kürzester Zeit als gut vernetzt. Wie wichtig ist beides?
Piper: Ich bin mit offenen Armen aufgenommen worden. Ich habe mich bemüht, die Oldenburger Gesellschaft schnell kennenzulernen – auf ganz unterschiedlichen Ebenen. Meine Frau habe ich seinerzeit in Göttingen kennengelernt. Sie fühlt sich hier auch sehr wohl und sagt oft: Irgendwie ist es in Oldenburg mit dem bunten studentischen Leben so wie in Göttingen.
Norbert Wahn
Redakteur
Politikredaktion
Tel:
0441 9988 2097
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