• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Abtauchen für die Wissenschaft

14.10.2009

OLDENBURG Der Atem rasselt wie bei Darth Vader. Auch die schwarze Vollgesichtsmaske erinnert etwas an das personifizierte Böse aus den Star Wars Filmen. In Wirklichkeit ist es aber Studentin Ira Stulle, die in voller Tauchmontur im Halener Badesee steht und mit Hilfe ihres Signalmanns Yanis Wahlen überprüft, ob ihre beiden Atemregler funktionieren. Weiter wird die gesamte Ausrüstung gecheckt: Sitzen alle Gurte, ist das Ventil der Druckluftflasche geöffnet, funktionieren Trockentauchanzug und Tarierweste, sind alle wichtigen Kleinteile angelegt? Für die angehenden Forschungstaucher ist das mittlerweile vor jedem Tauchgang Routine.

Theorie und Praxis

Seit zehn Jahren bietet das Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) an der Universität Oldenburg diese Ausbildung an. Gegliedert in eine Vor- und eine Endausbildung umfasst diese berufliche Zusatzqualifikation Schwimmbadtraining, Tauchgänge im Freiwasser sowie Theorieseminare in Tauchmedizin, Physik, Geräte- und Rechtskunde. Die Vorausbildung läuft semesterbegleitend von Oktober bis Juli; die Endausbildung ist ein fünfwöchiger Block im September/Oktober. Während dieser Zeit vertiefen die Ausbilder Frank Donat und Frauke Tillmans das Gelernte mit den Azubis und leiten diese zu selbstständiger Tauchplanung an. Jeder, der in Deutschland zu wissenschaftlichen Zwecken tauchen möchte, muss nach Vorgaben der gesetzlichen Unfallversicherung geprüfter Forschungstaucher sein. Unabhängig davon, ob die Tier- und Pflanzenwelt eines Gewässers oder überflutete prähistorische Siedlungen untersucht werden sollen.

Ira Stulle wird bei diesem Übungstauchgang Fische fotografieren. Nachdem sie mit dem Taucheinsatzleiter Soeren Ahmerkamp und dem Signalmann Yanis Wahlen noch einmal die Aufgaben abgesprochen hat und sichergestellt wurde, dass die Signalleine fest um ihren Bauch gebunden ist, geht Ira Stulle ins Wasser und taucht ab.

Taucher an der Leine

Über die Leine ist sie mit dem Signalmann verbunden, der am Ufer steht. Die beiden kommunizieren über Zugsignale, so dass der Signalmann den Taucher zu bestimmten Stellen lenken kann – zweimal ziehen bedeutet etwa links – oder merkt, wenn etwas nicht in Ordnung ist – einmal ziehen ist das Notsignal. „Entscheidend dabei ist, dass jedes Signal von der anderen Seite wiederholt werden muss“, erklärt Frank Donat. „Das bedeutet soviel wie ‚ich habe verstanden’.“

„Taucher antwortet nicht!“ ruft Yanis Wahlen plötzlich. „Sicherungstaucher fertig machen!“, bestimmt Soeren Ahmerkamp. Sofort läuft Steffen Rettig ins Wasser. Er hat bisher in kompletter Ausrüstung auf einer Bank am Ufer gesessen, um sofort eingreifen zu können, falls etwas nicht stimmt. Jetzt ist er schon im Wasser und zieht seine Flossen an. Yanis Wahlen hat inzwischen immer wieder fünfmal an der Leine gezogen – das Signal für „alles in Ordnung“ – aber nach wie vor keine Antwort erhalten. „Sicherungstaucher abtauchen!“ heißt es deshalb.

Steffen Rettig taucht ab und schwimmt zügig an der Signalleine entlang. Die Luftblasen, die er beim Ausatmen verursacht, nähern sich denen von Ira Stulle. Jetzt hat er sie erreicht. Es dauert keine Minute, bis die beiden an die Oberfläche kommen. Steffen Rettig legt seine Hand auf den Kopf – das OK-Signal. Sofort beginnen Yanis Wahlen und Soeren Ahmerkamp die beiden an Land zu ziehen. „Kannst du mich hören?“, fragt Yanis Wahlen sobald Ira Stulle ans Ufer gezogen worden ist. Keine Reaktion. Er überprüft ihre Atmung. Vorhanden. Ira Stulle wird in die stabile Seitenlage gebracht und bekommt über eine Maske reinen Sauerstoff. Da richtet sie sich auf. Diesmal war es nur eine Übung – von der nur die Einsatztaucherin und die Ausbilder wussten. Frauke Tillmans hatte die Anweisungen auf ihren Teebecher geschrieben und so Ira Stulle heimlich mitgeteilt, wie der Tauchgang ablaufen soll.

Finden Sie Ihren Traumjob auf NWZ-Jobs.de!

NWZ-Jobs.de
Finden Sie Ihren Traumjob auf NWZ-Jobs.de!

Weitere Nachrichten:

Uni Oldenburg | Universität Oldenburg

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.