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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Studie: „Behinderte Studierende müssen Lobbyarbeit leisten“

30.01.2013

Oldenburg Die Studienbedingungen von 15 000 Studierenden mit sichtbaren und nicht-sichtbaren Beeinträchtigungen standen im Mittelpunkt der Studie „beeinträchtigt studieren“ (BEST) des Deutschen Studentenwerks. Hintergrund ist, dass acht Prozent aller Studierenden an deutschen Hochschulen ihr Studium mit einer Behinderung oder einer chronischen Krankheit meistern. 94 Prozent der Betroffenen ist die Behinderung jedoch nicht anzusehen.

„Stark“ oder „sehr stark“ beeinträchtigt fühlen sich demnach 60 Prozent der Befragten durch straffe und unflexible Auflagen der Prüfungsordnung, organisatorische Zeitvorgaben des Studiengangs, Unverständnis bei Lehrenden und bauliche Hindernisse. Diese Probleme können teilweise durch gesetzlich vorgeschriebene Nachteilsausgleiche gemildert werden. „Es ist zum Beispiel möglich, für eine Hausarbeit oder eine Prüfung ein Viertel mehr Zeit zu bekommen“, sagt Wiebke Hendeß, Beraterin für behinderte und chronisch kranke Studierende beim Studentenwerk Oldenburg.

Die Studie ergab jedoch, dass nur 27 Prozent der Befragten diese Nachteilsausgleiche in Anspruch nehmen. Hendeß kennt dieses Phänomen gut: „Viele denken, dass ihnen diese Ausgleiche nicht zustehen. Sie sind sich nicht bewusst darüber, wie viel mehr Kraft und Zeit sie brauchen, um zu studieren. Außerdem wollen sie normal sein und nicht stigmatisiert werden. Denn zum Beispiel psychische Erkrankungen, Legasthenie oder Darmerkrankungen werden häufig tabuisiert.“

Wenn Betroffene einen Nachteilsausgleich beantragen, könnten sie sich jedoch auf die Schweigepflicht des Prüfungsamtes verlassen, erklärt Hendeß. Die Bescheide würden ohne Angabe der Krankheit ausgestellt.

Mit wichtigen Dozenten und Kommilitonen über ihre Beeinträchtigung zu reden, könne hilfreich für behinderte oder chronisch kranke Studierende sein, sagt Hendeß. „Legasthenikern wird beispielsweise oft unterstellt, dass sie nicht fleißig genug sind, sonst würden sie das schon besser hinkriegen. Da müssen die Studierenden regelrecht Lobbyarbeit leisten und den Dozenten ihre Situation erklären.“

Gegenüber anderen Studierenden sei es ähnlich. „Das Studium ist stressig genug, wenn dann einer aus der Arbeitsgruppe sagt, dass er an zwei oder drei Tagen in der Woche nichts für die Uni machen kann, stößt das bei den anderen auf Unverständnis. Da ist es meist besser, wenn die Kommilitonen wissen, dass man nach einer Dialyse zu kaputt ist, um zu arbeiten“, so Hendeß.

Zu finden ist Wiebke Hendeß im Beratungscenter im Mensafoyer der Uni Oldenburg, Tel.: 0441/ 798 2797.


     www.studentenwerk-oldenburg.de/beratung 

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