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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Erfolgreiche Angebote für Geflüchtete

06.03.2019

Bremen Wer als Geflüchteter sein Studium in Deutschland wieder aufnehmen möchte, hat einige Hürden zu überwinden. Dabei spielen nicht nur die Finanzierung und die Sprachbarriere eine große Rolle, sondern auch der Einstieg in ein unbekanntes Hochschulsystem. Genau an dieser Stelle setzen die Unterstützungsangebote IN-Touch und HERE Studies der staatlichen Hochschulen in Bremen und der Hochschule Bremerhaven an.

In Deutschland dürfen nur anerkannte Asylbewerber studieren. Die Asylverfahren ziehen sich oft länger hin, als die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge genannten fünf Monate. „In den Flüchtlingsheimen leben qualifizierte Menschen, die Wochen bis Jahre nichts tun können. Sie können ihre intellektuellen Ressourcen nicht nutzen“, bemerkt der Mitarbeiter der Uni Bremen und Gründer von IN-Touch Jens Kemper.

Bedarf besteht weiterhin

Auch wenn die Zahlen der Geflüchteten, die Deutschland erreichen, sinken und die Thematik medial nicht mehr so intensiv behandelt wird, besteht weiterhin Bedarf an Programmen wie IN-Touch. Für das kommende Sommersemester, dass in Bremen am 1. April beginnt, wurden 35 Geflüchtete für das Projekt angenommen. „Die Zahl der angemeldeten Frauen ist im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen. Das liegt vermutlich an den Familienzusammenführungen“, berichtet Kemper. Auch wachsende Teilnehmerzahlen von Geflüchteten aus der Türkei seien ein aktuelles Phänomen.

Die Ursprungsidee von IN-Touch im Dezember 2013 sei gewesen, Menschen, die auf ihren Asylantrag warten, etwas Sinnvolles zu tun zu geben, sie als Gasthörer im Hochschulalltag zu integrieren und sie auf ein Studium vorzubereiten. Im Sommersemester 2014 startete IN-Touch und im ersten Jahr nahmen 76 Asylbewerber teil.

Um den Gasthörern passende Kurse vermitteln zu können, wurden sie interviewt und zu ihrem Studium in der Heimat befragt. Nicht alle der Geflüchteten haben das Teilnahme-Zertifikat erhalten. „Wir hatten einige Abbrecher. Die Menschen befinden sich in nicht steuerbaren Situationen“, erklärt Kemper.

Geflüchteten wird von Mentoren der Hochschulalltag nahegebracht, sie besuchen Vorlesungen und erlernen Fähigkeiten im wissenschaftlichen Arbeiten. Vorausgesetzt werden gute Deutsch- oder Englischkenntnisse und der Besuch einer Hochschule im Heimatland. Wer Teil des Unterstützungsangebotes ist, bekommt einen Studienausweis und Zugang zu den Hochschulressourcen. „Der Studienausweis hat eher eine symbolische Funktion. Ich wollte die Flüchtlinge nicht als Geflüchtete an der Uni, sondern als Akademiker“, erzählt Kemper.

Beispielhaftes Projekt

IN-Touch war eines der ersten Unterstützungsangebote dieser Art in Deutschland und wurde von der Europäischen Kommission als beispielhaft gelobt. Inzwischen haben das Gasthörer-Programm viele Hochschulen übernommen, darunter Bochum, Wuppertal und die Technische Universität Berlin. Sogar bis zur Universitätenkonferenz in Österreich hat es IN-Touch geschafft und konnte so auch dort eingeführt werden.

Nach zwei Jahren IN-Touch fiel den Verantwortlichen auf, dass vielen Geflüchteten Zugangsvoraussetzungen und Sprachkenntnisse fehlen, um an IN-Touch teilzunehmen und in Deutschland zu studieren. Aus dieser Notwendigkeit heraus entstand 2016 das Programm „Higher Education Refugees Entrance Studies“ (HERE Studies).

Geflüchtete mit einem Sekundarabschluss, selbst wenn dieser nicht in Deutschland anerkannt wird, können an diesem Projekt teilnehmen. „IN-Touch dient dazu, Geflüchteten zu helfen, in den akademischen Raum zurückzukehren. Mit HERE fördern wir die generelle Integration ins Studium“, berichtet die Geschäftsführerin von HERE Dr. Christina von Behr.

Im Rahmen des Projektes können Geflüchtete an Sprachkursen von 0 bis C1 teilnehmen, werden auf einen selbstbestimmten Fächercluster vorbereitet und bekommen Unterstützung für eine Zulassungsprüfung. „Am Ende des Programms bieten wir eine Zulassungsprüfung an, damit Geflüchtete die Hochschulzulassung bekommen können. Das ist dann die Lücke, die wir schließen“, sagt von Behr. Um an HERE Studies teilzunehmen, muss der TestAS abgeschlossen werden. Dieser prüft die allgemeine und fachliche Eignung zum Studium.

Für Kemper sollte höhere Bildung für jeden zugänglich sein: „Was vorher Jahre gedauert hat, passiert heute in Monaten und Geflüchtete können an der Hochschule agieren. So haben Menschen aus dem Ausland, die die akademische Kultur hier nicht kennen, einen Vorteil, um ein Studium aufzunehmen.

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