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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Routen ohne buckliges Pflaster und hohe Bordsteine

31.01.2018

Bremen Buckliges Pflaster, Sand, nicht abgesenkte Bordsteine – all das macht Rollstuhlfahrern zu schaffen. Google Maps biete keine Navigationshilfen an, die Barrieren aufzeigen, sagt Dr. Benjamin Tannert, Informatiker an der Universität Bremen. „Plattformen wie Open Route Service oder Routino sind da hilfreicher.“

Tannert möchte Rollstuhlfahrern den Weg von A nach B noch weiter erleichtern. „Etwa mit Navigationssystemen, die ihrem Nutzer sagen, nimm schon eine Ampel vorher, bei der nächsten ist der Bordstein nicht abgesenkt“, so Tannert.

Dazu will er zunächst herausfinden, welche Strecken Menschen mit Rollstuhl am meisten nutzen und hat in 15 Großstädten Deutschlands die Planungsämter sowie das Statistische Bundesamt angefragt. Die Antwort: „Wir wissen es nicht, hätten aber auch gerne solche Informationen.“

Also vergleicht Tannert derzeit gemeinsam mit Masterstudierenden Wege für Rollstuhlfahrer mit Wegen für Fußgänger. Ausgangspunkt für viel befahrene Wege sind erst einmal Behindertentoiletten und Zielpunkte „Points of Interest“ im Umkreis von zwei Kilometern, die interaktive Karten angeben. Der nächste Schritt wird eine 360-Grad-Kamera sein, die sich Benjamin Tannert an seinen Rollstuhl heftet.

Denn seit ihm ein angetrunkener Autofahrer 2005 die Vorfahrt nahm, ist Tannert querschnittsgelähmt. Direkt nach dem Unfall konnte er nur einen Zeh bewegen. Nach vielen anstrengenden Trainingseinheiten kann er mittlerweile kurz aufstehen. „Was mich motiviert hat? Für ein Studium der Informatik ist doch egal, ob ich im Rollstuhl sitze, da musste ich mir keine Sorgen machen“, sagt er über seinen Traumberuf.

Tannert entwickelte bereits ein Lernsystem für Kinder mit geistiger Behinderung. „Es soll sie im Schulalltag unterstützen. Bei der Thematik habe ich mich als Mensch mit Einschränkungen wiedergefunden“, unterstreicht er. Seine wissenschaftlichen Themen kreisen seitdem um diese Zielgruppe. „Es war der Grundgedanke aller Projekte.“

So auch bei dem Navigationssystem für Rollstuhlfahrer. Mit den Kameraaufnahmen und dem Bilderkennungssystem will er ähnlich wie in Google Street View Hindernisse aufnehmen. Anschließend plant er, einen automatischen Algorithmus zu entwickeln, der die Bilder auswerten kann. Die Informationen sollen dann in Navigationssysteme einfließen, die Rollstuhlfahrern den sichersten und bequemsten Weg zeigen.

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