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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Digitaler Datenschutz mangelhaft

16.01.2019

Bremen Seit die Datenschutzgrundverordnung (DGSVO) in Kraft getreten ist, werden wir regelrecht mit Datenschutzerklärungen überschüttet. Aber sind unsere Daten seitdem auch besser geschützt? Wie sieht das aus, wenn ich mit dem Smartphone bezahle oder ein Projekt über Crowdfunding unterstütze? Zumindest bei Finanzdienstleistern, die ausschließlich über das Internet agieren, sogenannten FinTech-Unternehmen, hat sich der Umgang mit Nutzerdaten in vielen Fällen sogar verschlechtert. Das zeigt eine Studie der Wirtschaftswissenschaftler Professor Lars Hornuf von der Universität Bremen und Professor Gregor Dorfleitner von der Universität Regensburg.

Mehr Unklarheiten

Die Wirtschaftswissenschaftler schließen mit dem Gutachten an ihre Untersuchung zu digitalen Finanzakteuren aus dem Frühjahr 2018 an. Hierzu haben sie bei allen bereits 2017 untersuchten 505 FinTechs nun erneut die aktuelle Version der jeweiligen Datenschutzerklärung erhoben und auf inhaltliche Veränderungen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Datenschutzregelungen seit Einführung der DSGVO in vielen Fällen für Nutzer der FinTech-Angebote eher verschlechtert haben.

Bei den erfolgten Anpassungen konnten die Forscher zwei allgemeine Trends feststellen: Erstens sind die Datenschutzerklärungen mittlerweile mehr als doppelt so umfangreich und zweitens bestehen diese inzwischen deutlich häufiger aus standardisierten Textbausteinen. Letzteres bedeutet, dass in vielen Bereichen deutlich seltener abschließend angegeben wird, welche personenbezogenen Daten verarbeitet und welche an Dritte weitergegeben werden. User müssen auf den Internetseiten der jeweiligen Dritten die Informationen zur Verarbeitung ihrer Daten selbst erneut ausfindig machen. „Im Extremfall brauchten die Nutzerinnen und Nutzer über eine Stunde, um die Datenschutzerklärung vollständig zu lesen”, erläutert Professor Lars Hornuf.

Weniger Transparenz

Besonders kritisch zu beurteilen ist aus Sicht der Wissenschaftler auch: Das Sammeln von personenbezogenen Daten muss von den Konsumenten durch eine Einwilligung wie schon im Jahr 2017 alternativlos akzeptiert werden. Außerdem geben weniger FinTechs als zuvor an, wie lange Daten tatsächlich gespeichert werden und verweisen lediglich auf die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen

Lars Hornuf erklärt: „Die Hoffnung, dass die DSGVO für mehr Transparenz sorgt, hat sich im Bereich der untersuchten FinTechs überwiegend nicht bestätigt. Von den FinTechs wird häufig gefordert, dass sie ihre Nutzerinnen und Nutzer einerseits vollständig aufklären, andererseits sollen sie User aber nur kurz und knapp informieren.“

Möglicherweise könnten hier nur professionelle Akteure die Rechte zahlreicher kleiner Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer durchsetzen, für die die Kosten der Rechtsdurchsetzung in der Regel zu hoch sind, so Hornuf. „Hier stehen vor allem Verbraucherschutzverbände in der Pflicht, die dafür auch ausreichende personelle und finanzielle Ressourcen erhalten müssen.”

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