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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Psychologie: Dem Zappelphilipp-Syndrom auf der Spur

23.12.2015

Oldenburg ADHS bei Erwachsenen? „Bis vor etwa 15 Jahren haben auch Fachleute geglaubt, dass sich das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom sozusagen auswächst, dass Erwachsene also nicht betroffen sind“, sagt Dr. Samira Groß. Sie ist Psychologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Karl-Jaspers-Klinik in Bad Zwischenahn, die zum Medizinischen Campus der Universität Oldenburg gehört.

Dass auch Erwachsene unter ADHS leiden, steht mittlerweile außer Frage. Schätzungen gehen davon aus, dass dies für zwei bis drei Prozent der Bevölkerung gilt. „Dennoch ist es nach wie vor schwer, für erwachsene ADHS-Patienten einen Behandler zu finden“, so Groß. „Daher sind wir froh, dass an der Karl-Jaspers-Klinik unter der Leitung von Prof. Dr. Alexandra Philipsen diagnostische und therapeutische Möglichkeiten für Menschen mit ADHS ambulant und stationär aufgebaut wurden.“

Wie äußert sich ADHS im Erwachsenenalter? „Viele Patienten haben Probleme sich länger auf eine Sache zu konzentrieren, vor allem wenn die Tätigkeit eintönig ist. Außerdem nehmen sie jede Kleinigkeit in ihrer Umgebung genau wahr und lassen sich dadurch häufig ablenken“, sagt Groß.

Hyperaktivität und Impulsivität sind ebenfalls häufige Symptome. „Bei Erwachsenen äußert sich Hyperaktivität meist eher in kleinen Bewegungen, wie ständig mit einem Stift herumspielen oder mit dem Fuß wippen“, erläutert Groß. Unüberlegt Entscheidungen etwa im Beruf oder in Bezug auf Geld zu treffen, sind weitere Hinweise. „Später ärgern sich die Patienten darüber“, berichtet Groß. Schwierigkeiten, Emotionen zu regulieren, treten auch häufig auf.

Die Grundlage der Behandlung ist die Psychoedukation, also die sorgfältige Aufklärung über Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten. Danach fühlen sich bereits einige Patienten deutlich entlastet. Mit Medikamenten behandelt wird ADHS bei Erwachsenen, wenn die Symptome noch stark vorhanden sind und relevante Beeinträchtigungen im Alltag vorliegen. Damit wird bei mehr als 60 Prozent der Patienten eine deutliche Verbesserung erzielt.

Wie viel Therapie Erwachsene mit ADHS tatsächlich brauchen, soll jetzt eine groß angelegte Verbundstudie zeigen, die an der Universitätsklinik durchgeführt wird. Die Studie „ESCAlife (Evidence based stepped care)“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt 3,1 Millionen Euro an zehn Studienzentren in Deutschland gefördert. „Wir beginnen mit einem sehr niedrigen Therapie-Level und steigern diesen wenn nötig im Lauf der Zeit“, führt Groß aus.

Die Studienteilnehmer werden nach dem Zufallsprinzip in Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhält eine Psychoedukation. Eine telefonassistierte Selbsthilfe wird einer anderen Gruppe zuteil. Die Patienten bekommen die gleichen Informationen wie die erste Gruppe, allerdings am Telefon. „Das ist ein ganz neuer Ansatz. Wir wollen damit klären, ob nicht mobile Menschen oder Bewohner dünn besiedelter Gebiete am Telefon erfolgreich behandelt werden können“, erläutert Groß.

Je nach Verlauf der ersten Phase nehmen die Patienten im Anschluss an einem speziellen Aufmerksamkeitstraining teil, erhalten Medikamente oder können bei regelmäßigen Treffen mit ihrem Therapeuten Alltägliches klären oder Rückfragen stellen.

Für die Studie suchen Groß und ihre Kollegen noch Teilnehmer im Alter zwischen 16 und 35 Jahren mit ADHS oder einem Verdacht darauf. „Unsere Studie beginnt mit einer eingehenden Diagnostik. Es ist also nicht nötig, vorher abklären zu lassen, ob ein ADHS vorliegt“, sagt Groß.

Kontaktaufnahme bei Interesse: Tel. 0441/9615 1515.


     www.esca-life.org 

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