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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Forscher setzen Tausende Holzplättchen im Meer aus

08.10.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-10-10T11:10:55Z 280 158

Wissenschaft:
Forscher setzen Tausende Holzplättchen im Meer aus

Oldenburger Land Wissenschaftler des Verbundprojekts „Makroplastik in der südlichen Nordsee – Quellen, Senken und Vermeidungsstrategien“ der Universität Oldenburg starten eine Mitmach-Aktion: In den kommenden Wochen setzen sie die ersten 4800 von insgesamt knapp 100 000 sogenannten Holzdriftern an norddeutschen Küsten, in Flüssen und auf Hauptschifffahrtswegen der offenen Nordsee aus. Bürger, die einen angeschwemmten Drifter finden, sind aufgerufen, diesen zu melden.

Mit dieser Aktion wollen die Oldenburger Wissenschaftler Quellen, Verbreitungspfade und Verschmutzungsgebiete von treibendem Makroplastik, also sichtbaren Plastikteilen ab einer Größe von fünf Millimetern, in der Deutschen Bucht sowie im Wattenmeer untersuchen. Eines der Hauptziele ist es, Vermeidungsstrategien zu entwickeln, so dass langfristig weniger Plastikmüll im Meer landet.

Interessierte Bürger können aktiv helfen, dieses Ziel zu erreichen, indem sie gefundene Drifter melden. Die durchnummerierten „Holzschiffchen“ bestehen aus naturbelassenem Fichtenholz und sind zehn mal zwölf Zentimeter groß. Ein erläuternder Text ist eingebrannt: „Helfen Sie mit, die Verteilung von Meeresmüll zu erfassen! Bitte melden Sie die Nummer und den Fundort dieses Drifters an die Universität Oldenburg unter www.macroplastics.de“.

Eine Meldung ist anonym möglich. Interessierte können sich zudem registrieren lassen und in einen Dialog mit den Wissenschaftlern treten.

Zum Projektteam gehören 14 Wissenschaftler und Doktoranden, die von Bachelor- und Master-Studenten sowie Kooperationspartnern unterstützt werden. Sie bilden ein Team aus Biologen und Umweltplanern vom Institut für Biologie und Umweltwissenschaften (IBU) sowie Geoökologen und Meeresphysikern vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM). Die Leitung hat Prof. Dr. Jörg-Olaf Wolff von der Arbeitsgruppe Physikalische Ozeanographie (ICBM) inne. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert das Projekt mit 1,4 Millionen Euro bis zum Jahr 2020.

Bürger sollen mit dem Projekt auf Wissenschaft neugierig gemacht und sensibilisiert werden für die Müllverschmutzung der Meere.


     www.icbm.de/verbundprojekte/macroplastics 
     www.macroplastics.de