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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

„Gegensätze lösen sich auf“

26.10.2009

DELMENHORST Gleich zu Beginn seines Vortrags erstaunt Professor Dr. Gerhard Bahrenberg die etwa 25 Zuhörer: „Ich bin gerade durch Delmenhorst gelaufen, und die Einkaufszone hat mich begeistert.“ Selten hören Delmenhorster solch eine Aussage von einem Bremer, doch Bahrenberg scheut vor überraschenden Feststellungen nicht zurück. Das wurde am Sonnabend während seines Vortrags zum Thema „Die Stadt und das Auto“ im City-Center mehrfach deutlich.

Genau genommen stellt der Professor für Sozial- und Wirtschaftsgeografie mit seiner zentralen These sogar den Titel der Veranstaltung infrage: Die Unterscheidung zwischen Stadt und Land sei hinfällig, so Bahrenberg. „Die Grenzen verschwimmen. Wir leben nicht mehr in Städten, sondern in Agglomerationen (Ballungsräumen, Anm. d. Red.).“

Den Anfangspunkt dieser Entwicklung datiert der Professor der Bremer Universität auf das Jahr 1964. Seitdem seien immer mehr Menschen finanziell in der Lage, sich ein Auto zu kaufen. Folglich ziehen sie von den Städten in das ländliche Umland. „Suburbanisierung“ nennt Bahrenberg dies.

Er stützt seine Aussage mit Zahlen zur Entwicklung Bremens: Seit den 70er Jahren gewinnt das Umland stärker an Bevölkerung dazu als die Hansestadt. „Bis heute verliert Bremen gegenüber dem Umland jährlich Tausende Einwohner“, erklärt Bahrenberg.

Diese Entwicklung werde sich in Zukunft sogar noch verstärken, ist der Sozial- und Wirtschaftsgeograf überzeugt. „Wie in den USA werden immer mehr Außenstadtzentren, sogenannte Edge Cities, entstehen.“ Bahrenberg führt als Beleg eine Umfrage aus dem Jahr 2002 an, die zu einem beachtlichen Ergebnis kam: 41 Prozent der Befragten gaben an, dass sie im Jahr 2020 im ländlichen Umland wohnen möchten, nur 28 Prozent bevorzugten die Stadt.

Schließlich sorgt der Professor nochmals für überraschte Gesichter – und für Diskussionsstoff: „Die Gegensätze zwischen Stadt und Land lösen sich schon heute auf. Wenn man von Delmenhorst nach Bremen fährt, merkt man ja kaum noch, wo die Stadt anfängt.“ Mit dieser Aussage erntet er einigen Widerspruch der Zuhörer, so dass der Vortrag mit einer lebhaften Diskussion endet. Dr. Christian Glaß, der Vorsitzende der ausrichtenden Delmenhorster Universitäts-Gesellschaft, verabschiedet sich danach zufrieden von den Besuchern: „Gerhard Bahrenberg hat Themen behandelt, die unsere Stadt unmittelbar betreffen.“

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