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Große Erfolge für globales Netzwerk

07.05.2014

Oldenburg Von einer Veröffentlichung in „Nature“ – einem der renommiertesten Wissenschaftsmagazine überhaupt – träumt so mancher Wissenschaftler sein ganzes Forscherleben vergeblich. Prof. Dr. Helmut Hillebrand von der Uni Oldenburg hat sogar an zwei Artikeln in der aktuellen Ausgabe mitgearbeitet.

Wie fühlt sich das an? „Dass beide Artikel in einer Ausgabe erschienen sind, hat „Nature“ entschieden. Das war von uns nicht so geplant“, antwortet Hillebrand. Fügt aber lächelnd hinzu: „Das ist schon ein bisschen außergewöhnlich und auch der Außergewöhnlichkeit des Konsortiums geschuldet.“

Dabei handelt es sich um die Forschergruppe NutNet. Das ist ein globales Netzwerk zur Erforschung der Ökologie von Artengemeinschaften auf Wiesen weltweit. „Es ist sehr schwierig, in der Ökologie die Ergebnisse verschiedener Experimente zu vergleichen, um neue Schlüsse daraus zu ziehen. Denn nicht nur die Umweltbedingungen sind anders, sondern auch der Aufbau der Experimente“, erklärt Hillebrand.

Um dieses Dilemma aus dem Weg zu schaffen, haben 2005 drei Wissenschaftler in den USA NutNet ins Leben gerufen. Grundgedanke ist, dass Forscher auf der ganzen Welt das gleiche Experiment durchführen und die Ergebnisse so vergleichbar werden. „Mittlerweile gibt es 50 Standorte auf sechs Kontinenten. Wir untersuchen nasse, abgetorfte Wiesen bei Papenburg, extrem dünn bewachsene, trockene Gebiete in Australien, aber auch chinesische Bergweiden in 3000 Meter über Normalnull“, so Hillebrand. Den Papenburger Standort betreut er.

Artenvielfalt untersucht

Dort, wie auch auf den anderen Flächen, wird zum Beispiel die Auswirkung von Dünger auf die Artenvielfalt untersucht. So geht es in dem einen „Nature“-Artikel darum, dass Düngung eine geringere Pflanzenvielfalt verursacht, weil es die Zahl der Nischen verringert. „Da auf gedüngten Flächen alle Nährstoffe in ausreichender Konzentration zur Verfügung stehen, wird Licht der einzige Faktor, um den die Pflanzen konkurrieren. Das bedeutet, dass sich schnell in die Höhe wachsende Arten durchsetzten. Andere, die etwa bei geringerem Stickstoff-Angebot noch gut klarkommen, werden überwuchert. Und das gilt weltweit.“ Im zweiten Nature-Artikel zeigen die Forscher, dass Düngung und Artenverlust die Stabilität der Wiesengemeinschaften reduzieren.

Nicht nur die „Nature“-Gutachter zeigten sich überzeugt von den Ergebnissen der „Graswurzel-Bewegung“, wie sich die NutNet-Forscher selbst nennen. Auch das zweite sehr renommierte Blatt „Science“ veröffentlichte bereits zwei Arbeiten des Netzwerks und stellte es in einem Extra-Artikel vor.

Dazu wurde auch Hillebrand befragt, denn Wiesen gehören normalerweise nicht unbedingt zu den Arbeitsgebieten eines Professors für Planktologie. „Ich habe mich während des Studiums auch viel mit terrestrischer Ökologie beschäftigt“, sagt Hillebrand dazu.

Dieses Studium der Biologie hat er an der Universität Oldenburg absolviert. Nach dem Abschluss promovierte Hillebrand 1999 an der Universität Kiel im Fach Biologische Meereskunde. Daran schloss sich ein nach eigener Aussage „relativ erfolgreichen“ Postdoc am Institut für Limnologie an der Uni Uppsala in Schweden an.

Gut forschen und leben

Bereits 2002 übernahm Hillebrand eine Juniorprofessur am Institut für Meereskunde in Kiel, bevor er 2004 einem Ruf auf die Professur für Aquatische Ökologie an die Uni Köln folgte. Dort hielt es den gebürtigen Papenburger jedoch nicht lange.

„Ich habe sehr bewusst nach Adressen gesucht, wo es sich gut forschen, arbeiten und leben lässt“, sagt Hillebrand. Als er 2008 den Ruf auf die Professur für Planktologie am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) an der Uni Oldenburg erhielt, hatte er die Adresse gefunden.

„Das ICBM ist ideal. Ich kenne kaum ein Institut, das so interdisziplinär angelegt ist. Das Arbeiten dort ist sehr angenehm – auch wegen der flachen Strukturen“, so Hillebrand. Seit gut einem Jahr ist er zudem Direktor des ICBM.

Interdisziplinarität ist ein wichtiger Faktor in der Arbeit des Biologen. „Ein Thema aus dem Blickwinkel einer anderen Wissenschaft zu betrachten, ist sehr spannend und bereichernd“, sagt Hillebrand.

Als Vorsitzender des Nordwest-Verbunds Meeresforschung, zu dem zahlreiche Forschungsinstitute und Universitäten gehören, setzt er sich für diese Zusammenarbeit ein; etwa mit einem Workshop am Hanse Wissenschaftskolleg in Delmenhorst, an dem neben Chemikern, Biologen und Physikern auch Geistes- und Sozialwissenschaftler teilnahmen.

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