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Herbert Ehrenberg – der Friese aus Ostpreußen

21.12.2011

WILHELMSHAVEN Voller Überzeugung sagt Dr. Herbert Ehrenberg, Sozialdemokrat seit 1955, nach seiner Rückkehr vom SPD-Parteitag in Berlin: „Der Peer Steinbrück muss der nächste Kanzlerkandidat sein. Der kann das. Man sollte ihn das machen lassen.“ Und Ehrenberg macht deutlich, dass beider Sicht auf die wirklichen Probleme dieser Zeit praktisch deckungsgleich ist – auf die Art, wie die derzeitige Regierung sie nicht anpackt und auch darauf, was eigentlich getan werden müsste, um sie bewältigen zu können. Dafür seien die Sozialdemokraten mit Steinbrück als Kanzler einfach die bessere Alternative.

Und schon ist der ehemalige Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, der von 1972 – er war damals Nachfolger von Johann Cramer – bis 1990 den Bundestagswahlkreis Wilhelmshaven mit Ergebnissen vertrat, von denen die Sozialdemokraten heute allenfalls träumen, in seinem Element. Politik ist eben ein besonders wichtiger Teil seines Lebens geblieben.

An diesem Mittwoch wird Ehrenberg 85 Jahre alt. Im Oktober vergangenen Jahres ist er mit seiner Frau Isa aus dem Haus in Horumersiel in eine Seniorenwohnanlage in Hooksiel umgezogen. Das Haus mit großem Garten bewohnen jetzt die Enkel. Er sagt: „Es ist uns doch etwas zu viel geworden.“

Seine Kindheit und Jugend verbrachte der Altersjubilar in seinem ostpreußischen Geburtsort Collnischken im Kreis Goldap. Nach Wehrdienst und kurzer Gefangenschaft bei den Amerikanern schlug er sich zunächst als Landarbeiter und Polizist durch. Dann der erste Kontakt mit Wilhelmshaven: Er studierte an der Hochschule für Arbeit, Politik und Wirtschaft in Rüstersiel und nach deren Umzug in Göttingen, wo er als Diplom-Volkswirt abschloss und auch promovierte.

Nach mehreren Jahren leitender Tätigkeit in Handel und Industrie folgte die Übernahme der Leitung der volkswirtschaftlichen Abteilung beim Hauptvorstand der IG Bau. 1968 trat er in den Bundesdienst. Zuletzt war er Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung. 1972 zog er als direkt gewählter Abgeordneter im Wahlkreis 21 Wilhelmshaven/Friesland in den Bundestag ein. Von 1976 bis 1982 war er Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung. Auf politischer Bühne sind mit seinem Namen verbunden das Betriebsverfassungsgesetz, die flexible Altersgrenze bei der Rentenversicherung und – für Wilhelmshaven besonders bedeutsam – die Gründung der Künstlersozialkasse und deren Ansiedlung in der Jadestadt.

Jahrelang war Ehrenberg zudem als Buchautor und Publizist in deutschen Wirtschaftsblättern gefragt. Der Jubilar ist noch stellvertretender Vorsitzender des Seniorenrates der SPD und Ehrenpräsident des Internationalen Bundes für Sozialarbeit, in dem er wohl eine gewisse Milde an den Tag legt, die nichts gemein hat mit der ostpreußisch-friesischen Dickschädeligkeit seiner aktiven Zeit als Politiker. Ehrenberg, der Verfechter der sozialen Marktwirtschaft, ist hier an der Küste längst der Friese aus Ostpreußen geworden.

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