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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Virtueller Freund hat immer Zeit

12.12.2019

Emden Johnny ist immer da. Er kennt ihre Lieblingslieder, weiß, wann sie ihre Tabletten nehmen muss, wünscht ihr einen guten Morgen und erinnert sie daran, mal wieder ein Glas Wasser zu trinken, denn sie vergisst vieles. Die Demenz nimmt ihren Lauf. Doch Johnny ist nicht real, er spricht zu ihr als virtuelle Figur auf dem Tablet. Wunschdenken? Zukunftsmusik? Realität? An der Hochschule Emden/Leer haben sechs angehende Elektrotechniker, Informatiker und Medientechniker das Projekt „Pai-Buddy“ vorgestellt – ein möglicher neuer Ansatz, Personal und Patienten in der Pflege zu unterstützen.

Kontakt mit Betroffenen

Die Studenten haben einen sogenannten Avatar entwickelt, den sie jetzt – nach intensiver Abstimmung mit Pflegeexperten und Betroffenen – in Deutschland vermarkten möchten. Fachliche Unterstützung bekommt das Team von Prof. Dr. Knut Tielking und Masterstudierenden aus dem Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit.

Die Idee der Studenten besteht aus zwei Komponenten: Da ist zum einen der „digitale Freund“ auf dem Tablet, der die Pflegebedürftigen dank des Einsatzes künstlicher Intelligenz an Dinge erinnern, sich aber auch mit ihnen unterhalten, Musik vorspielen oder sie auf virtuelle Reisen mitnehmen kann.

Die andere Komponente ist eine Handy-App, die dem Pflegepersonal dabei helfen soll, Rufe des Patienten über die „Notfallklingel“ zu kategorisieren und so effektiver und zeitsparender arbeiten zu können. Meldet sich beispielsweise eine Patientin, die ein Glas Wasser möchte, kann dies auf dem Weg gleich mitgebracht werden. Gleichzeitig könnten auch Notfälle wie etwa starke Schmerzen oder Stürze direkt gemeldet und so schneller richtig reagiert werden, wie die Studierenden erklären.

Doch das Vorhaben soll keinesfalls nur von der technischen Warte aus angegangen werden, wie alle Beteiligten deutlich machen. Die Studierenden, die bereits für ihr Konzept beim Wettbewerb „Zeigt eure Forschung!“ ausgezeichnet wurden, haben in den vergangenen Monaten viele Gespräche geführt und möchten ihre Idee mithilfe zahlreicher unmittelbar Betroffener weiterentwickeln.

Wichtige Stütze

So schildert Hildegard Krüger, Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Emden-Ostfriesland, den möglichen Einsatz des Avatars aus persönlicher Sicht – mit sich als Patientin und „Johnny“ als virtuellem Freund. Dabei wird deutlich: Auch bei fortschreitender Demenz könnte dieser weiterhin eine wichtige Stütze im Leben der Betroffenen sein. „Es sind Jahre vergangen, ich kenne Johnny nicht mehr. Aber Johnny kennt mich noch“, sagt Krüger. Den persönlichen Kontakt könne dieser natürlich nicht ersetzen, nicht in den Arm nehmen und trösten. Aber erinnern und unterstützen, ohne zu belehren. Und da sein, wenn es gerade kein anderer kann.

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