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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Integration durch Zusammenarbeit

30.11.2016

Oldenburg /Wilhelmshaven Damit Geflüchtete möglichst schnell in unserer Gesellschaft ankommen, ist es entscheidend, dass verschiedene Institutionen effektiv zusammenarbeiten. So haben auch die International Offices (IO) der Universität Oldenburg und der Jade-Hochschule etwa Kontakte zu den Jobcentern, Integrationsberatungen, Berufsbildenden Schulen und Mitarbeitern in Flüchtlingsunterkünften ausgebaut.

Wie schnell es mit dem Studienplatz klappen kann, wenn alle kooperieren, zeigt die Geschichte eines 25-Jährigen Ruanders. Dieser kam im September nach Oldenburg. Dort erzählte er einem Mitarbeiter der Flüchtlingsunterkunft, dass er gern studieren würde. In seinem Heimatland war er bereits drei Semester in Software Engineering eingeschrieben. Der Mitarbeiter gab ihm einen Info-Flyer der Uni Oldenburg. Der junge Mann wendete sich an das International Student Office (ISO), wurde auf den englischsprachigen Studiengang Engineering Physics aufmerksam, bewarb sich, erhielt vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) ein Darlehen für den Semesterbeitrag und ist seit Mitte Oktober Student an der Universität Oldenburg.

Das war so schnell zwar nur aufgrund des Sonderfalls eines passenden englischen Studienangebots möglich, dennoch wäre sein Werdegang anders verlaufen, wenn nicht Mitarbeiter verschiedener Einrichtungen kooperiert hätten. Im Normalfall kommen die Studieninteressierten zuerst zur Beratung in die International Offices der Hochschulen. An der Universität Oldenburg etwa informiert Katja Kaboth-Larsen jeden individuell. „Dazu habe ich Beratungsmaterial entwickelt, in dem ich die nächsten Schritte aufzeige“, sagt Kaboth-Larsen. „Das kann zum Beispiel sein, mit Kollegen aus dem Immatrikulationsamt Kontakt aufzunehmen, oder mit dem Studentenwerk wegen der zukünftigen Studienfinanzierung. Ebenso kann es sinnvoll sein, mit dem sogenannten ‚Kompetenzbereich Anrechnung‘ einen Termin zu machen, um ein Portfolio zum bisherigen Bildungsweg zu erstellen.“

Die meisten Ratsuchenden sind potenzielle Kandidaten für das „Orientierungsjahr für Geflüchtete“. Dieses Orientierungsjahr umfasst Sprachkurse, erste Einblicke ins Fachstudium, Veranstaltungen zum wissenschaftlichen Arbeiten in Deutschland sowie spezifische Beratungen.

Der Bedarf ist da: „Wir hatten im letzten Durchgang knapp 200 Bewerbungen, von denen etwa 80 die Kriterien erfüllten“, berichtet Jenka Schmidt, Leiterin des ISO. Das heißt, die Bewerber weisen einen aktuellen Flüchtlingsstatus nach, haben deutsche Sprachkenntnisse mindestens auf A2-Niveau, was gehobenen Anfängerkenntnissen entspricht, und können Zeugnisse vorlegen, die zum Studium berechtigen. „Insgesamt können wir 30 Plätze pro Semester anbieten. Das auf zwei bis drei Semester angelegte Programm kann somit bis zu 90 Geflüchtete aufnehmen“, so Schmidt.

Stellt Kaboth-Larsen im Gespräch mit Geflüchteten fest, dass die Uni Oldenburg nicht das in diesem Fall passende Bildungsangebot hat, verweist sie diese gezielt weiter, etwa an das IQ-Netzwerk, das am Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft angesiedelt ist, oder an die Jade-Hochschule, wenn es etwa um ein Studium der Ingenieurwissenschaften geht.

Denn dort gibt es neben anderen Angeboten einen Studienvorbereitungskurs speziell für angehende Ingenieure. An beiden Hochschulen sind mittlerweile Flüchtlinge als Studierende eingeschrieben. Doch sind sich die Beraterinnen einig, dass eine gute Studienvorbereitung besser ist, als ein eventuell überstürzter Studienbeginn. „Wir möchten es den Studierenden ersparen, dass sie zum Beispiel wegen mangelnder Deutschkenntnisse im Studium scheitern“, sagt Andrea Menn, Leiterin des IO der Jade-Hochschule. „Zumal die Geflüchteten mit zusätzlichen Belastungen fertig werden müssen: Viele leiden etwa unter der Trennung von ihrer Familie oder müssen Nachrichten vom Tod von Freunden oder Verwandten verarbeiten.“


     www.uni-oldenburg.de/iso 
     www.jade-hs.de 
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