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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Lärm: Mobiles Mini-EEG aus Oldenburg

19.12.2019
Der Oldenburger Neuropsychologe Dr. Martin Bleichner ist in das renommierte Emmy Noether Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) aufgenommen worden. Er erhält 1,3 Millionen Euro, um eine Nachwuchsforschergruppe an der Uni Oldenburg aufzubauen.
Frage: Wie haben Sie sich gefühlt, als sie von der Förderung erfahren haben?

Bleichner: (überlegt) Ich habe mich schon wirklich sehr gefreut. Schließlich gibt es in der Wissenschaft vor allem auf etwa drei Jahre befristete Verträge – bei mir sind die nächsten sechs Jahre gesichert. Es hat sich sehr gut angefühlt, so ähnlich wie ein Lotto-Gewinn – an dem man allerdings einen eigenen Anteil hat. Es ist sehr schön, dass die viele Zeit und Mühe, die ich in den Projektantrag investiert habe, belohnt wird.

Frage: Welches Ziel verfolgen Sie mit dem Projekt „Transparentes EEG zur Messung der Lärmwahrnehmung in Alltagssituationen“?

Bleichner: Wir wollen verstehen, wie Lärm- beziehungsweise Geräuschwahrnehmung funktioniert. Denn Geräusche werden auch unabhängig von der Lautstärke als störend empfunden. Bin ich zum Beispiel bei der Party meines Nachbarn, stört mich der wummernde Bass wohl kaum. Liege ich aber zu Hause im Bett und will schlafen, sieht das ganz anders aus. Warum das so ist, wollen wir unter anderem mit Hilfe von EEG-Messungen im Alltag verstehen. Neben den Gehirnströmen werden auch die Lautstärke von Geräuschen und wie Probanden die Lärmbelastung subjektiv einschätzen ermittelt.

Frage: Warum im Alltag? Ist das nicht sehr kompliziert?

Bleichner: Es ist kompliziert, aber unser bisheriges Wissen über das Gehirn stammt aus Messungen im Labor. Aus Verhaltensexperimenten ist aber bekannt, dass unser Gehirn bei Bewegung und mit sozialen Kontakten anders funktioniert.

Frage: EEGs werden doch meist mit einer Haube gemessen. Sollen die Studienteilnehmer den ganzen Tag mit so etwas herumlaufen?

Bleichner: Nein, auf keinen Fall, denn Versuchspersonen verhalten sich mit der Haube sicher anders als ohne und die Mitmenschen reagieren auch anders auf sie. All das würde das Ergebnis beeinflussen. Wir arbeiten mit einem etwa C-förmigen EEG-Messgerät, das hinter dem Ohr angeklebt wird und wenig auffällt. Unter langen Haaren kann es vollständig verborgen werden.

Frage: Woher bekommen Sie das spezielle EEG-Messgerät?

Bleichner: Das mussten wir selbst basteln. Da bisher nur wenige Forscher damit arbeiten, ist es für die Messgeräte-Hersteller uninteressant. Wir sind auch noch dabei es zu verbessern. Die Signalübermittlung soll optimiert werden und es soll noch weniger auffällig sein. Unser Ziel ist, dass das Gerät nicht mehr ins Auge sticht als ein normales Hörgerät. In Zukunft könnte es so vielleicht auch bei der Behandlung von Epilepsie-Patienten eingesetzt werden.

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