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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Keine Scheu vor Studium mit Legasthenie

18.01.2017

Oldenburg „Ich habe einen Riesenrespekt vor allen Legasthenikern, die es geschafft haben zu studieren. Sie mussten so viel mehr Fleiß aufbringen, um das zu erreichen“, sagt Wiebke Hendeß. Zu der Beraterin des Studentenwerks Oldenburg für Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung kommen viele Studierende mit Legasthenie. „Die meisten treten nicht selbstsicher auf. Viele verheimlichen ihre Legasthenie, weil sie befürchten, dass andere sie für dumm halten“, berichtet Hendeß. „Dabei sollten sie stolz darauf sein, dass sie es trotz ihrer Probleme im Bereich Lese- und Rechtschreibkompetenz an die Uni geschafft haben.“

Zumal Legasthenie nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun hat. Es handelt sich dabei vielmehr um eine so genannte Teilleistungsstörung, die sich ausschließlich auf die Fähigkeiten im Bereich Lesen und Rechtschreibung auswirkt. „Legasthenie tritt in verschiedenen Abstufungen auf. Manche haben mehr Probleme beim Lesen, anderen fällt eher das Schreiben schwer. Das kann so weit gehen, dass es schwierig ist, Texte zu verstehen, die ein Legastheniker geschrieben hat, weil man die Worte kaum erkennen kann“, so Hendeß.

Mit gezieltem Training und speziellen Lernstrategien sei es möglich, die Lese- und Rechtschreibfähigkeiten zu verbessern. Geheilt werden kann Legasthenie jedoch nicht, da Veränderungen im Gehirn der Grund sind. Deshalb haben Betroffene Anspruch auf Nachteilsausgleiche.

„Das kann zum Beispiel sein, dass die Prüfungsphase entzerrt wird. Viele Legastheniker lesen langsamer und brauchen daher mehr Zeit für die Prüfungsvorbereitung. Da sind drei Prüfungen in einer Woche kaum zu schaffen. Auch die Zeitspanne bis zur Abgabe einer Hausarbeit kann verlängert werden. Oder Studierende erhalten die Möglichkeit, Klausuren am Notebook zu schreiben. So können sie das Rechtschreibprogramm nutzen. Zudem sind Computerausdrucke leichter zu lesen als handschriftliche Texte. Es ist auch möglich, eine schriftliche Prüfung in eine mündliche umzuwandeln“, zählt die Beraterin auf.

Ist die Lesegeschwindigkeit sehr niedrig, können Studierende mit Legasthenie von PC-Arbeitsplätzen profitieren, die in der Uni-Bibliothek in Oldenburg und der Bibliothek der Jade-Hochschule in Wilhelmshaven für sehbehinderte Kommilitonen eingerichtet wurden. An diesen können sie sich die Texte vorlesen lassen. Das funktioniere mit barrierefrei aufbereiteten PDF-Dateien mit der passenden Software auch am eigenen Rechner zu Hause, so Hendeß.

Um Nachteilsausgleiche in Anspruch nehmen zu können, brauchen Studierende mit Legasthenie ein fachärztliches Attest. „Diese Gutachten stellt Wilfried Schumann, Leiter des Psychologischen Beratungs-Service von Studentenwerk und Universität Oldenburg, kostenfrei aus“, sagt Hendeß.

Ihr Rat für betroffene Studieninteressierte und Studierende: „Kommen Sie rechtzeitig in die Beratung – am besten gleich zu Beginn des Studiums oder schon vorher. So können Nachteilsaugleiche früh beantragt werden und es baut sich kein unnötiger Druck auf.“

Wiebke Hendeß ist telefonisch unter 0441/798 2797 oder per E-Mail unter behindertenberatung@sw-ol.de zu erreichen.


     www.studentenwerk-oldenburg.de 
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