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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Mit dem Roboter Hand in Hand arbeiten

07.05.2014

Bremen Mächtige Roboter mit enormen physischen Kräften sind in der industriellen Produktion im Einsatz. In weitem Abstand von ihnen oder durch Zwischenwände geschützt, gehen die Arbeiter ihrer Tätigkeit nach. Diese strikte und der Arbeitssicherheit geschuldete Trennung führt zu geringerer Produktivität und einem hohen Planungsaufwand für Produktionsstraßen. Effektive Zusammenarbeit sieht nach Ansicht der Uni Bremen anders aus.

Das Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) der Universität Bremen will das in den kommenden Jahren mit dem Projekt InSA ändern. Es wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Zukunfts-Themenfeldes „Autonomik für Industrie 4.0“ bei einer Laufzeit von drei Jahren mit rund 2,2 Millionen Euro gefördert.

Höhere Produktivität

„Wir erforschen Lösungen, die es ermöglichen sollen, dass Mensch und Roboter künftig Hand in Hand arbeiten können“, erläutert TZI-Professor Michael Lawo. Das würde etwa der Automobilindustrie große Vorteile bringen. „Es lassen sich auf diese Weise die Produktivität verbessern, der Planungsaufwand verringern und die Arbeitsplätze können ergonomischer gestaltet werden.“

Gemeinsam mit dem Bremer Institut für Produktion und Logistik GmbH, dem IT-Unternehmen neusta mobile solutions GmbH als Projektkoordinator sowie den Industriepartnern ThyssenKrupp System Engineering GmbH mit Standorten unter anderem in Bremen-Farge und S-Gard Schutzkleidung aus Heinsberg geht es darum, die Sicherheit der Arbeiter über eine ausgeklügelte Sensorik zu gewährleisten.

„Der Roboter muss einen Arbeiter erkennen und sofort stoppen oder ausweichen. Dafür bleiben im Steuerzyklus des Roboters gerade 20 Millisekunden. Das ist eine Herausforderung“, erläutert Dr. Eckhard Wellbrock, Projektleiter bei der ThyssenKrupp System Engineering GmbH, einem Systempartner aus der Automobilindustrie.

Sensorik in Kleidung

Interagieren soll der intelligente Roboter mit einer in die Schutzkleidung des Arbeiters integrierten Sensorik. „Die muss wie eine Art Aura den Sicherheitsabstand garantieren“, erklärt Geschäftsführer Bruno Schmitz von S-GARD Schutzkleidung. Das Unternehmen bringt in Sachen Schutzkleidung die industrielle Expertise ein.

Getestet werden die zu entwickelnden Prototypen in realer Testumgebung bei der ThyssenKrupp System Engineering GmbH, wo industrielle Produktionsstraßen entwickelt und gefertigt werden. „Das ist ein großer Vorteil für uns, weil wir die Prototypen nicht nur in der Simulation, sondern im tatsächlichen Ablauf auf Herz und Nieren testen können“, berichtet Professor Klaus-Dieter Thoben, Geschäftsführer des BIBA.


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