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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Immer mehr Studierende depressiv

25.04.2018

Oldenburg /Berlin Als weitgehend „gesunde“ Gruppe galten Studierende bislang, zumindest nach den Daten des Barmer Arztreports. Die aktuelle Ausgabe zeigt jedoch ein verändertes Bild. Demnach leidet mehr als jeder sechste Studierende (17 Prozent) an einer psychischen Erkrankung, wie Depressionen, Angststörungen oder Panikattacken. Das sind rund 470 000 Menschen.

Einen sehr ähnlichen Trend zeigen auch die Zahlen anderer Krankenkassen und er deckt sich mit den Erfahrungen der Mitarbeiter des Psychologischen Beratungs-Services von Universität und Studentenwerk Oldenburg. „Insbesondere Überforderungssymptome, Depressionen und Ängste haben stetig zugenommen“, sagt dessen Leiter Wilfried Schumann.

Was sind Gründe für diesen Trend? „Das ist natürlich ein ziemlich komplexes Thema“, so Schumann. Einige exemplarische Aspekte sind nach Aussage des Diplom-Psychologen und Psychologischen Psychotherapeuten neben anderen relevanten Gesichtspunkten:

 Das Studium ist sehr auf Prüfungen und den Erwerb von Leistungspunkten fokussiert. Das kombiniert mit Anwesenheitspflichten kann für Studierende, die Kinder haben oder jobben müssen, eine zu große Belastung darstellen.

Ein Teil der Studierenden hat unzureichende Strategien im Umgang mit Prüfungen: Sie lernen nicht nachhaltig und wissen nicht, wie sie Aufregung und Stress in den Griff bekommen können. Sie gönnen sich keine Erholung und gehen völlig ausgepowert in die Prüfungssituation. Oder sie laden die Situation mit der Vorstellung auf, dass es hier immer wieder um Sein oder Nichtsein geht, was zur Folge hat, dass ihr Gehirn blockiert und sie die Prüfungen im Panikmodus absolvieren.

  Viele Eltern sind sehr liberal eingestellt. Sie üben keinen offensichtlichen Druck auf ihre Kinder aus. Man könnte erwarten, dass so entspannte Kinder heranwachsen. Doch häufig wurde sehr viel in diese Kinder investiert, etwa – nur mal rumgesponnen – Musikunterricht im Kindergarten, Japanisch in der Grundschule. Viele dieser Kinder haben, wenn auch nur unterbewusst, das Gefühl, etwas zurückgeben zu müssen, Leistung bringen zu müssen.

In unserer Gesellschaft wird Leistung gehypt. Bei manchen Studierenden vermute ich, dass sie zu viele Casting-Shows gesehen haben. Einer gewinnt und über die anderen macht man sich schlimmstenfalls auch noch lustig. So etwas hinterlässt Spuren. Wenn jemand, der sich viel abverlangt, in so ein System gerät, kann eine kritische Masse entstehen, die eine psychische Erkrankung zur Folge haben kann.

Wie kann den Studierenden geholfen werden? Da sind natürlich der Besuch des Psychologischen Beratungs-Services oder bei einem Arzt eine Möglichkeit. „Häufig meiden Betroffene jedoch aus Scham den Gang zum Arzt“, sagt Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer. „Ein großes Potenzial sehen wir daher in Online-Angeboten, vor allem, wenn sie anonym sind und den Nutzungsgewohnheiten der Generation Smartphone entgegenkommen.“

Daher habe die Barmer das von der WHO unterstützte Projekt StudiCare aufgelegt. Darin würden zielgerichtete Maßnahmen für Studierende in Deutschland entwickelt. Es werde auch erforscht, wie man die Betroffenen möglichst frühzeitig erreichen kann. Zudem wird ein Online-Training angeboten, mit dem nachweislich Depressionen verhindert werden könnten.

Online-Beratungen seien ein gute Möglichkeit für eine erste Kontaktaufnahme und für eine erste Problemeinschätzung, sagt Schumann. „Man kann Betroffene über das Internet dort abholen, wo sie sich ohnehin viel aufhalten, und mindert die Zugangsschwelle zur Beratung. Weitergehende und intensive Beratung braucht meines Erachtens jedoch den Face-to- Face-Kontakt. Gute Beratung hat immer viel mit guter Beziehung zu tun.“


     www.studentenwerk-oldenburg.de/pbs 
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