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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Zukunftsmodell nachhaltige Wirtschaft

24.10.2019

Oldenburg Nachhaltig wirtschaften hört sich gut an, aber was ist das konkret? Eine Antwort geben Wissenschaftler aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Karin Rebmann von der Uni Oldenburg. „Wir haben ein Zukunftsmodell für nachhaltiges Wirtschaften entwickelt, das sowohl qualitative Zielgrößen als auch die Akteure und deren Wirkungszusammenhänge festlegt“, sagt der Wirtschaftspädagoge Dr. Andreas Slopinski. „Jetzt ist vor allem die Politik gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, damit das Modell in die Praxis umgesetzt werden kann.“

Das Modell entstand nicht im universitären Elfenbeinturm. Denn zum einen waren ganz konkrete Fragen von Unternehmern aus einem vorherigen Projekt ein Grund, dieses Modell zu entwickeln. „Eine dieser Fragen, die wir nicht fundiert beantworten konnten, war etwa: Wie Rahmenbedingungen aussehen müssten, die nachhaltiges Wirtschaften für Unternehmen attraktiv macht“, berichtet Slopinski.

Zum anderen „haben wir die Wissenschaftsblase angepikst und ganz bewusst auch Leute aus der Praxis einbezogen“, so Meike Panschar, Volkswirtschaftlerin von der Uni Oldenburg. „Das waren neben Unternehmern auch Vertreter von Verbänden oder NGOs und Politiker. Wobei wir mit unserer Anfrage in keinem Unternehmen auf Ablehnung gestoßen sind. Alle hatten Interesse, aber einigen fehlten die Ressourcen, um sich zu beteiligen.“

Grundlage des Zukunftsmodells ist Nachhaltigkeit im Sinn einer Wirtschafts- und Lebensweise, die unsere Bedürfnisse befriedigt, aber auch nachfolgenden Generationen ausreichend Ressourcen übrig lässt. Nach dem Auftakttreffen diskutierten die Teilnehmenden bei drei jeweils halbtägigen Veranstaltungen verschiedene Themen. Von der weit gefassten Leitfrage „Was ist Lebensqualität?“ bis zu „Welches Wissen benötigen Menschen, um im Beruf und Privatleben nachhaltig handeln zu können?“ Die Diskussionen wurden aufgezeichnet und anschließend zu Papier gebracht.

„Anhand dieser etwa 200 Seiten haben wir verschiedene Akteure herausgearbeitet und untersucht, in welcher Beziehung sie zueinander stehen“, erläutert Panschar. „Das Modell basiert also nicht auf unserer Meinung, sondern auf Expertenaussagen.“

Akteure sind staatliche und wissenschaftliche Institutionen, Medien, Individuen, Finanzdienstleister, Verbände und Unternehmen. Zwischen allen gibt es Wechselwirkungen und jedem fallen bestimmte Aufgaben zu. Einige Aufgaben können nur von allen Akteuren gemeinsam bewältigt werden. Das ist erstens die Einhaltung der planetaren Grenzen, etwa bei der Nutzung von Ressourcen. Zweitens müssen alle zusammen eine nachhaltige Kultur entwickeln. „Kultur ist ja nichts Feststehendes, wie beispielsweise Naturgesetze, sie kann von allen verändert werden“, erläutert Panschar. Und drittens Bildung und Kompetenzerwerb. „Der Staat, Institutionen und Unternehmen müssen Bildungsangebote machen, aber jedes Individuum hat auch die Aufgabe diese anzunehmen“, so Slopinski.

In dem Zukunftsmodell haben die Wissenschaftler jeden Akteur charakterisiert und seine Rolle sowie seine Aufgaben in einer nachhaltigen Wirtschaftsordnung beschrieben. So ist etwa ein Individuum in vier Rollen aktiv: als politischer Wähler, als Konsument, als Berufstätiger und als Privatperson. „Wichtig ist, dass das Individuum sich in allen Rollen nachhaltig verhält“, sagt Slopinski. „Das ist schwer umzusetzen. Aber es reicht nicht, in einer nachhaltigen Branche zu arbeiten, wenn man mit dem SUV zum nächsten Postkasten fährt.“

Sowohl Individuen als auch Unternehmen bräuchten Vorgaben und Unterstützung vom Staat, um durchgängig nachhaltig zu leben. „Natürlich setzen einige Unternehmer schon jetzt ganz auf Nachhaltigkeit, aber daraus ergeben sich heute noch häufig Wettbewerbsnachteile, die viele nicht in Kauf nehmen“, erklärt Slopinski. „Andererseits sollten Unternehmen und Individuen auch verstärkt mit konkreten Forderungen an die Politik herantreten. Unser Modell fußt nicht rein auf Vorgaben von oben nach unten, sondern auf einem Miteinander.“

Ein Sammelbandmit dem Zukunftsmodell und konkreten Aufgaben der einzelnen Akteure wird demnächst in Bibliotheken kostenlos zum Download bereitstehen.


Die Abschlussveranstaltung unter   https://uol.de/bwp/forschung/berufsbildung-fuer-eine-nachhaltige-entwicklung/zukunftsdiskurse-nachhaltiges-wirtschaften-zwischen-gesellschaft-oekonomie-und-bildung/ 
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