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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Ziel: Musikgenuss trotz Schwerhörigkeit ermöglichen

27.12.2017

Oldenburg Wie wirkt sich Schwerhörigkeit auf das Erleben von Musik aus? Ein Thema das viele angeht, denn „Nicht nur jeder Zweite über 65 Jahre, sondern zunehmend auch viele Jüngere leiden unter Hörverlust – und möchten dabei auf den Genuss von Musik als integralem Bestandteil unseres kulturellen und sozialen Miteinanders nicht verzichten“, sagt Prof. Dr. Martin Holthaus, Vizepräsident für Forschung und Transfer der Universität Oldenburg.

Der Hörforscher Dr. Kai Siedenburg hat für seine Forschung an der Schnittstelle zwischen Signalverarbeitung und Musikpsychologie ein dreijähriges „Carl von Ossietzky Researchers‘ Fellowship“ der Uni Oldenburg erhalten. Der 32-Jährige ist seit Ende 2015 im Department für Medizinische Physik und Akustik tätig und wird nun das Fellowship nutzen, um sich weiter zu profilieren und Mittel für seine zukünftige Forschung – etwa in einer eigenen Nachwuchsforschergruppe – einzuwerben.

Siedenburg untersucht, wie sich die von Schwerhörigkeit und Hörgeräte-Nutzung veränderte Wahrnehmung auf das Musikhören auswirkt. Denn Hörgeräte sind bislang vor allem für die Sprachwahrnehmung optimiert, sodass sie ungeachtet großer technologischer Fortschritte bisher laut Studien die wahrgenommene Musikqualität noch nicht konsistent verbessern.

„Können diese Hörer beispielsweise in einem klassischen Konzert noch einer Solovioline oder einer Gesangsstimme in der reichhaltigen orchestralen Begleitung folgen?“, fragt Siedenburg. Um dem nachzugehen, zerlegt er mit mathematischen Werkzeugen – „wie mit einem akustischen Skalpell“ – instrumentale Klänge in den Anschlag oder das Einschwingen einerseits und den länger anhaltenden Klang andererseits. Auf einem Klavier gespielte Töne beispielsweise teilt er mit einem eigens entwickelten Algorithmus in das Auftreffen des Hammers auf die Saite, die sogenannten Transienten, und das Schwingen der Saite, die sogenannte stationäre Komponente. Diese gewissermaßen „sezierten“ Klangkomponenten verwendet er in einigen seiner Hörexperimente, um herauszufinden, wie Hörer verschiedene Instrumente identifizieren und welche Merkmale dabei überhaupt wichtig sind: Wie nimmt das gesunde Gehör ein komplexes musikalisches Gebilde auseinander und gibt dem Hörer eine Repräsentation einerseits der einzelnen Instrumente und andererseits des Ensembleklangs? Siedenburgs Grundlagenforschung könnte in musikalisch intelligente Algorithmen münden, die es ermöglichen, etwa Konzerte – ob mit Symphonieorchester oder Pop-Band – für verschiedene Hörbedürfnisse optimal abzumischen und auszuspielen.


     uol.de/en/mediphysics-acoustics/sigproc/staff/kai-siedenburg 
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