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Neu entdecktes Bakterium kann Erdöl abbauen

02.05.2018

Oldenburg Ein neues Bakterium, das Bestandteile von Erdöl abbauen kann, haben Wissenschaftler der Universität Oldenburg gemeinsam mit Kollegen aus Braunschweig und Chapel Hill (USA) jetzt erstmals wissenschaftlich beschrieben. Das Team um Dr. Helge-Ansgar Giebel von der Uni Oldenburg mit Erstautorin Franziska Klotz hat seine Ergebnisse über das Bakterium, das einer neuen Gattung zuzuordnen ist, im International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology veröffentlicht.

Eine der herausragenden Eigenschaften der neuen Art Tritonibacter horizontis: Die Fähigkeit, spezielle aromatische Verbindungen abbauen zu können, wie sie in Öl vorkommen. Die Frage, welche Mikroorganismen Öl abbauen und welche Rolle sie dabei konkret spielen, ist für den Umgang mit Ölunfällen besonders wichtig. Nur so sei es den Wissenschaftlern zufolge möglich, unterstützende Bedingungen zu schaffen oder sogar gezielt große Mengen ölzersetzender Organismen einzusetzen.

„Einen Organismus, der auf dem Öl des Deepwater-Horizon-Unfalls überlebt, wollten wir uns sehr genau anschauen“, sagt Giebel. „Dabei wurde uns bald klar, dass wir das Bakterium einer ganz neuen Gattung zuordnen müssen“. Es vereine Eigenschaften einzelner Vertreter der Roseobacter-Gruppe, während typische Charakteristika der nächst verwandten Gattung jedoch fehlten.

Nach Explosion und Untergang der Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko am 20. April 2010 traten bis zum 19. September des Jahres geschätzt 800 Millionen Liter Rohöl aus. Das Ereignis gilt als die bislang schwerste Umweltkatastrophe dieser Art. Der Aufwand, den Einsatzkräfte nach dem Unglück betreiben mussten, war enorm. In unterschiedlichen Tiefen auftretende Ölschwaden wurden beispielsweise mit großen Mengen spezieller Chemikalien fein verteilt; die Mikroorganismen sollten so die Ölbestandteile schneller angreifen können.

„Ein nicht unumstrittenes Verfahren“, sagt Co-Autor Prof. Dr. Andreas Teske, Meereswissenschaftler an der Universität North Carolina, derzeit Gast am ICBM. „Neue Ergebnisse in der Literatur deuten darauf hin, dass zunächst die eingesetzten Chemikalien abgebaut werden.“ Die Bakterien würden also von ihrer eigentlichen Aufgabe, dem Ölabbau, „abgelenkt“. „Sie bilden ein Netzwerk verschiedener sich unterstützender Mikroorganismen, das wir gerade erst zu verstehen beginnen. Tritonibacter könnte sein Scherflein dazu beitragen, anderen Bakterien, den Ölabbau zu erleichtern“.


Fachartikel:   doi:10.1099/ijsem.0.002573 
     icbm.de 
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