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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Von Bürgerbus bis Gemeinschaftsladen

26.06.2019

Oldenburg Während die touristischen Zentren in der Gemeinde Wangerland, wie Horumersiel oder Schillig, mit Blick auf die Verkehrsanbindung und den Einzelhandel gut ausgestattet sind, sucht man in manchen kleinen Bauerschaften weiter im Landesinneren lange nach Geschäften. Auch der öffentliche Nahverkehr ist ausbaufähig. Auf den Ostfriesischen Inseln haben junge Familien mit Kindern große Probleme, eine Wohnung zu finden. Zumal die Gemeinden dort an ihre Grenzen stoßen, da große Teile der Inseln unter Naturschutz stehen.

Studierende begeistert

Das sind nur wenige Beispiele für Probleme, die Wissenschaftler der Universität Oldenburg zusammen mit Partnern in dem Projekt „Wat Nu? – Demografischer Wandel im Wattenmeer-Raum“ herausgearbeitet haben. „Wenn junge Familien keine Wohnung finden und wegziehen müssen, fördert das natürlich die Überalterung einer Gemeinde“, sagt Prof. Dr. Ingo Mose von der Universität Oldenburg. Dieser Trend werde noch durch Ruheständler verstärkt, die sich in ihrer bevorzugten Urlaubsregion eine neue Heimat suchen.

Konkrete Lösungsansätze zu erarbeiten, war ein weiteres Ziel des Projekts, an dem Mose, Dr. Peter Schaal und Dr. Nora Mehnen von Seiten der Uni zusammen mit Prof. Dr. Ulrich Scheele und Ernst Schäfer vom Planungsbüro ARSU GmbH in Oldenburg sowie der Gemeinde Wangerland gearbeitet haben. Als assoziierte Partner waren die Stadt Norden, die Inselgemeinden Juist und Spiekeroog sowie die Universität Groningen und das Wadden Sea Forum dabei. Gefördert wurde „Wat Nu?“ vom Bundesforschungsministerium.

„Wir konnten auch viele Studentinnen und Studenten für das Thema begeistern – obwohl wir zuerst gefürchtet hatten, dass der demografische Wandel junge Menschen womöglich nicht interessieren könnte“, berichtet Mose. „Wir haben den Studierenden im Rahmen des forschenden Lernens große Freiheiten bei den Fragestellungen, angewendeten Methoden und Formaten der Ergebnispräsentation gelassen. Das hat sehr großen Anklang gefunden und tolle Ergebnisse geliefert, wie etwa Filme über Spiekeroog und das Wangerland, einen Podcast über Juist, Vorträge und Diskussionsveranstaltungen unter anderem mit Gästen aus den Niederlanden und Österreich. Zudem haben die Studierenden in einem Handbuch zusammengefasst, wie andere Gemeinden in Deutschland mit ähnlichen Problemen des demografischen Wandels umgehen.“

Entscheidend für den Erfolg des Projekts sei eine „Vermittlerin“ zwischen Wissenschaftlern sowie den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort gewesen. „Denn wir wollten von Anfang an sicherstellen, dass die Bevölkerung mit ihren Erwartungen, Hoffnungen und ihrer Bereitschaft sich zu beteiligen eingebunden wird“, erläutert Mose. Diese Aufgabe übernahm Kirsten Zander, für die dazu ein Arbeitsplatz im Rathaus der Gemeinde Wangerland geschaffen wurde.

In zahlreichen Bürgerforen wurden Probleme angesprochen und Lösungsideen entwickelt. So soll zum Beispiel ein Bürgerbus in naher Zukunft die Lücken im öffentlichen Nahverkehrsangebot im Wangerland schließen. Ein Mobilitätsverein, der den Betrieb verantwortet, wurde bereits gegründet. Die Gemeinde hat Haushaltsmittel für den Bus eingeplant und ehrenamtliche Fahrer stehen bereit.

Austausch fortsetzen

„Auch die Idee eines Dorfgemeinschaftsladens ist intensiv diskutiert worden“, so Mose. Allerdings sei dieser Ansatz noch nicht so weit realisiert worden wie der Bürgerbus. „Hier fehlt jetzt Frau Zander“, bedauert Mose das Ausscheiden der Mitarbeiterin mit dem Ende der Projektlaufzeit im Mai.

„Das ist oft die Krux bei befristeten Projekten: Viele Ideen werden entwickelt, es gibt eine große Bereitschaft etwas zu tun, aber nach Ablauf der Förderdauer fehlen oft die Ressourcen, um Dinge nachhaltig zu verankern, weitere Projekte anzustoßen oder auch Nachbargemeinden anzustecken. Zumal Beispiele wie der Bürgerbus zeigen, dass die Zivilgesellschaft bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.“ Immerhin haben die beteiligten Partner verabredet, sich auch in Zukunft weiter über die Probleme des demografischen Wandels und andere Herausforderungen der Region auszutauschen.

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