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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Campus

Navigatoren in der Informationsflut

21.03.2019

Oldenburg Bibliothekare in Universitätsbibliotheken haben einiges mit Navigatoren gemeinsam. Sie zeigen Wege durch die Informationsflut und unterstützen Wissenschaftler und Studierende beim Finden wissenschaftlicher Information. „Diese benötigen sehr verschiedene Formen von Literatur: Zeitschriftenartikel, gedruckt oder elektronisch, Lehrbücher oder hoch spezialisierte Forschungsliteratur – dies alles erscheint heute zu einem großen Teil in digitaler Form“, sagt Ivonne Vetter. Sie ist Bibliothekarin und Sachbearbeiterin für die Fachgebiete Medizin, Mathematik und Naturwissenschaften in der Bibliothek der Universität Oldenburg und ich begleite sie einen Tag bei ihrer Arbeit. Sie ist ein Profi, wenn es um das Auffinden und Bereitstellen von Informationsmedien geht.

Wünsche aller Nutzer

Wünsche nach Büchern oder Zeitschriften können Nutzer über ein Ticketsystem an die Bibliothek schicken. „Es kann übrigens jeder Bibliotheksnutzer Wünsche äußern, nicht nur Universitätsangehörige“, erklärt Vetter. Das können zum Beispiel Schüler sein, die Literatur etwa für ihre Facharbeit suchen. Für diese gibt es Sprechstunden, in denen sie Unterstützung bei der Suche nach Literatur für ihr Thema erhalten.

Literatur für Sonderstandorte zu bearbeiten, gehört zu den häufiger anfallenden Tätigkeiten der Bibliothekarinnen. „Manche Professoren haben bestimmte Bücher direkt in ihrer Arbeitsgruppe stehen, weil sie diese sehr häufig brauchen“, so Vetter. Wechselt die Leitung der Arbeitsgruppe, muss eine Inventur vorgenommen werden. „Solche Standorte bestehen teilweise seit 20 Jahren und werden von verschiedenen Mitgliedern der Arbeitsgruppe genutzt. Alle Bücher wieder an dem eigentlichen Sonderstandort zusammenzuführen, ist dann ein echter Suchauftrag.“

Ivonne Vetter muss zu einer Besprechung. Thema: das neue Bibliothekssystem ALMA, welches die Bibliothek vor kurzem eingeführt hat. Dieses System vereinfacht die Administration und das Auffinden insbesondere der digitalen Informationen.

Ihre Kollegin Karin Fleischmann und ich machen uns daran, Bücher umzuarbeiten, die aus einem Sonderstandort zurückgegeben wurden. Zuerst gilt es, das Buch im System zu finden. Normalerweise funktioniert das über einen Barcode, der eingescannt wird. Das Buch ist aber schon älter – es hat kein Signaturetikett mit Barcode.

Buchbinder im Haus

Über Titel und Autor ist es schnell gefunden. Nun gilt es herauszufinden, ob das Buch das einzige im Bestand der Bibliothek ist, ob es ein stark nachgefragtes Buch ist und in welchem Zustand es ist. All dies entscheidet, ob das Buch in den Bestand der Bibliothek aufgenommen wird oder nicht.

Neben den Standorten in einem Regal kann auch „Mahnstelle“, „Katalogisierung“ oder „Einbandstelle“ gewählt werden. So sollte immer klar sein, ob ein Buch zum Beispiel gerade bei den Medienbearbeitern eine Signatur bekommt oder vom hauseigenen Buchbinder mit einem neuen Einband versehen wird. Außerdem gibt es noch die Kategorie „Aussondern“. Das trifft Bücher, die jahrelang nicht ausgeliehen werden oder von denen es neuere Auflagen gibt. „Diese Bibliothek hat keinen Archivierungsauftrag, so dass wir sehr alte und wenig genutzte Bestände auch aussortieren“, erläutert Vetter. „Unsere Auszubildenden verkaufen diese Bücher jedes Jahr an ein paar Tagen bei einem Flohmarkt.“

Das „Handbook of Logic Computer Science“ aus dem Sonderstandort ist jedoch das einzige im Bestand der Uni-Bibliothek – der übrigens etwa 1,4 Millionen Medieneinheiten umfasst – es darf bleiben. Steht sein neuer Standort fest, bekommt es eine neue Systemstelle. Sie beschreibt den Standort in der Bibliothek, in der das Buch im Regal eingestellt wird. „Aus Zeitgründen sind noch nicht alle Bücher neu etikettiert“, berichtet Vetter. „In Oldenburg gibt es zwei Signaturen. In jahrhundertealten Bibliotheken, wie etwa in Göttingen, können es auch noch mehr sein.“

Mit einem neuen Signaturetikett wandert das Buch am neuen Standort ins Regal. Apropos Regal, hier im vierten Stock steht ein großes Magazinregal – vollkommen leer! Wie kann das sein? Das Regal ist noch neu und wird zukünftig gebundene Zeitschriftenbände enthalten.

Das Magazinregal einzuräumen ist Schwerstarbeit für die Bestandsverwalter: Meterweise Bücher oder Zeitschriften raus aus dem Regal, auf den Wagen legen, rüberschieben, rein ins neue Regal. „An diesen Tagen brauchen die Kollegen nicht ins Fitnessstudio“, ist sich Vetter sicher.

Elektronische Bücher und Zeitschriften wären da doch ein Lösung: Sie sind kraft- und platzsparend und die Nutzer können zeit- und ortsunabhängig auf sie zugreifen. „Ja, das stimmt. Wir haben viele digitale Medien in unserem Bestand. Sie sind sehr hochpreisig“, antwortet Vetter.

Wieso? Ein E-Book kostet doch meist etwas weniger als ein gedrucktes Buch. „Für Privatpersonen ja, für Bibliotheken ist das anders. Schließlich unterliegen E-Books nicht der Buchpreisbindung und wir können ein E-Book ja an mehrere Personen gleichzeitig ausleihen. Das heißt, je mehr potenzielle Nutzer eine Bibliothek hat, desto mehr muss sie für ein E-Book bezahlen“, so Vetter. „Wir bekommen die günstigsten für etwa 800 Euro, die meisten kosten aber zwischen 2500 und 3000 Euro oder mehr.“

Neues Sicherungssystem

Standortwechsel: Nachmittags hat Ivonne Vetter Dienst an der Informationstheke in der Bereichsbibliothek Wechloy. Dort lernen und forschen Naturwissenschaftler, Informatiker, Mathematiker und Mediziner. Da Semesterferien sind, ist an der Ausleih- und Informationstheke nicht viel los. So kann Ivonne Vetter mir noch mehr über ihre Arbeit erzählen.

Etwa dass sie sich regelmäßig ansieht, wie oft ein Buch vorbestellt wird. Taucht ein Buch häufig auf den Vormerklisten auf, kann sie sich darum kümmern, dass weitere Exemplare angeschafft werden. „Zurzeit sind die Vormerklisten aber nicht so aussagekräftig, zumindest wenn es um die Lehrbücher hier in Wechloy geht“, schmunzelt Vetter. Der Grund: „Unsere Bestandsverwalter bearbeiten die Lehrbücher. Sie kleben in alle Lehrbücher einen RFID-Chip ein. Damit sie die Bücher möglichst schnell zusammenbekommen, haben sie diese vorgemerkt“, sagt Vetter.

Die Chips sind das neue Sicherungssystem. Sie lösen die Magnetstreifen ab. Außerdem können auf ihnen Daten gespeichert werden, so dass mit ihnen eine Selbstverbuchungsanlage genutzt werden kann. „Die Anlage haben wir. Mittlerweile haben fast alle Lehrbücher einen Chip. Jetzt werden sie mit dem Bibliothekssystem verbunden und anschließend werden wir erstmal nur in Wechloy testen, ob das System sich lohnt – denn ein Chip kostet knapp einen Euro“, so Vetter.

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