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Entwicklungshilfe unter der Lupe – Fluch oder Segen?

16.10.2019

Oldenburg Für die einen ist Entwicklungshilfe der Schlüssel zu mehr Wirtschaftswachstum und Lebensqualität, für andere die Wurzel globaler Armut. Auch wissenschaftliche Studien kommen mitunter zu sehr heterogenen Ergebnissen. Mit dem aktuell bewilligten Forschungsvorhaben „Die lokale Verteilung von Entwicklungshilfe: Eine disaggregierte Analyse auf Grid-Zellen-Ebene“ möchte der Oldenburger Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Erkan Gören mehr Klarheit schaffen. Er untersucht unter anderem, inwieweit die Einrichtung von lokalen Entwicklungshilfeprojekten das Wirtschaftswachstum und die Konflikthäufigkeit beeinflussen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt für zunächst drei Jahre mit rund 210 000 Euro.

Eine krisengeschüttelte Region wirtschaftlich oder sozial zu fördern – das ist das Ziel von Entwicklungshilfe. Das kann der Bau eines Brunnens oder einer Schule sein, das Beschaffen von Medikamenten oder Hilfestellungen beim Bürokratieaufbau. Solche Maßnahmen können die Situation der Menschen vor Ort schnell spürbar verbessern. Doch was ist, wenn die Effekte auf einen sehr kleinen Radius, etwa einzelne Dörfer, beschränkt bleiben? Was, wenn zum Beispiel politische Unruhen oder Dürreperioden den Prozess behindern? „Solche lokalen Unterschiede können die bisherigen Länderstudien gar nicht offenlegen“, sagt Gören. Denn die sogenannten Makrostudien beleuchten nur, wie viel Geld von einem Land ins andere fließt und ob sich diese Entwicklungshilfe im Wirtschaftswachstum widerspiegelt.

Gören möchte den Blick auf die Entwicklungshilfe der Weltbank systematisch verfeinern: Auf Basis vorhandener Geodaten legt er in seinem Modell ein Raster über den Globus und teilt die Erde in viele kleine Rechtecke auf – sogenannte Grids. Am Äquator sind diese 55 mal 55 Kilometer groß. „Das ergibt über 62 000 Zellen pro Jahr über einen Zeitraum von 1992 bis 2017 – die große Anzahl an Datenpunkten ermöglicht robuste statistische Schlussfolgerungen zur Wirksamkeit von Entwicklungshilfe auf lokaler Ebene“, so der Forscher.

Im nächsten Schritt betrachtet er jedes einzelne Raster: Wie viele Entwicklungshilfeprojekte hat die Weltbank dort angelegt? Welche Art von Unterstützung wurde gewährt – etwa finanzielle Mittel für Nahrungsmittel oder den Straßenbau? Inwieweit korrelieren diese Projekte mit der Konflikthäufigkeit? „Wir wollen diese Fragestellungen empirisch beantworten und so dazu beitragen, die Methoden zu verbessern, die die sozioökonomische Wirkung von Entwicklungshilfe beleuchten“, erklärt der Forscher.

Bei seiner Analyse wird Gören auch Daten der NASA auswerten. Sie stammen aus einem Satellitenprogramm, das auch Lichtemissionen von Siedlungen erfasst. Das weiß Gören für seine Forschung zu nutzen – denn „einfach ausgedrückt: Regionen mit hoher Lichtemission weisen im Durchschnitt auch einen höheren Lebensstandard der Bewohner, eine bessere gesundheitliche Verfassung, sowie erhöhte ökonomische Aktivität auf.“

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